Lahrs OB Markus Ibert beglückwünscht Johan Manzambi zu einer guten Saison, wenn auch ohne Happy End. Foto: Köhler

„Platt“ und „leer“ ist der SC Freiburg nach dem verlorenen Finale in Lahr gelandet. Gut 40 Fans und ebenso viele Polizisten haben die Spieler in der Heimat begrüßt. Die Bilder.

Punktgenau um 15.24 Uhr setzt die Maschine aus Istanbul mit den – am Ende unterlegen – Freiburger Europa-Pokal-Helden auf der Landebahn auf. Einige Hundert Meter weiter versammeln sich vor dem Zaun am Flugplatzgelände gut 40 Fans, um die Spieler in Empfang zu nehmen. Darunter auch zwei Kinder in voller SC-Montur. Ein junges Mädchen hält ein Schild hoch „Grifo, bekomme ich ein Foto mit dir?“, heißt es da. Ein Wunsch, der unerfüllt bleiben sollte.

 

Eine kleine Gruppe aus Journalisten, OB Markus Ibert und IGZ-Chef Daniel Halter kommt den Spielern näher. Sie warten auf dem Rollfeld als Empfangskomitee auf die Maschine, die gut fünf Minuten nach der Landung endlich in Parkposition ankommt. Flugplatzmitarbeiter fahren die Gangway herbei – als erstes steigt der Trainer aus, Julian Schuster. Ihm folgen Trainerteam, Betreuer und schließlich die Spieler.

Mit gesenkten Häuptern, nicht wenige mit dicken Kopfhörern versehen, schreiten sie die Gangway hinab. Auf dem Weg zur Passkontrolle soll Vincenzo Grifo seine Gefühle am Tag nach dem Europa-League-Endspiel in einem Satz zusammenfassen. Es reiche ein Wort, entgegnet der Mittelfeldspieler dem Journalisten: „Leere“. Noch habe er „keine Gefühle der Freude“ über das Erreichte – den nicht für möglich geglaubten Finaleinzug – in sich, sagt er leise. Der Gegner, räumt der 33-Jährige ein, sei „schon brutal stark gewesen – eine Mannschaft auf Champions-League-Niveau“. Das gelte es anzuerkennen.

Schuster: „Für die Jungs war es ein tolles Erlebnis“

Sein Trainer hat den Ausweis-Check bereits hinter sich und sich sichtlich abgekämpft auf eine Flugzeugtreppe neben dem Ankunftsterminal fallen lassen. Auch bei ihm überwiegt „der Schmerz“ der Niederlage. „Ich bin platt. In ein paar Tagen kommt vielleicht der Stolz, aber jetzt gerade fühlt es sich nicht gut an.“ Der Abend in Istanbul sei entsprechend ruhig verlaufen, gibt der 41-Jährige einen Einblick in die Stunden nach dem größten Spiel der Vereinsgeschichte. „Für die Jungs war es insgesamt trotzdem ein tolles Erlebnis, das ist für uns alle etwas ganz Besonderes.“

Vincenzo Grifo winkt in Richtung der Fans, doch kein Spieler kommt für Autogramme oder Fotos vorbei. Foto: Köhler

Lahrs OB, bekennender Fan des SC, lässt es sich nicht nehmen, den Coach persönlich zu begrüßen und ihm für die gute Saison zu gratulieren – auch wenn am Ende Gegner Aston Villa zu stark war. Dem Schweizer Toptalent Johan Manzambi schüttelt Ibert ebenfalls die Hand. Der bringt nach den netten Worten immerhin ein Lächeln zustande.

Spieler winken nur in Richtung der Fans

In der Schlange für die Passkontrolle warten die Spieler rund 20 Meter entfernt von den Fans, die immer wieder die Namen der Stars rufen. „Grifo, komm her“, heißt es etwa. Doch der Deutsch-Italiener winkt nur in Richtung Zaun – und verschwindet im vorderen der beiden Busse, die auf dem Rollfeld warten. Kapitän Christian Günter zögert etwas länger. Kurz scheint es, als gehe er tatsächlich in Richtung der Fans, überlegt es sich aber doch zur Enttäuschung der Wartenden anders. Auch Lucas Höler, Jan-Niklas Beste und Torhüter Noah Atubolu rufen die Fans, gerade Letzterem ist jedoch anzumerken, dass ihm nicht nach Kontakt mit Fans zumute ist.

Um 15.54 Uhr schließlich machen sich die beiden Busse -eskortiert von der Polizei – auf Richtung Breisgau. Immerhin sehen die Fans die Spieler noch durch die getönten Scheiben winken.

Fechner mit Termin-Hatz

Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner hat das Finale live im Stadion verfolgt, dafür aber nicht etwa Urlaub genommen, sondern sich weiter seinen Aufgaben gewidmet. Er flog erst nachmittags nach Istanbul, hatte zuvor noch eine Online-Schalte mit Ortenau-Klinikum und Landrat. Vor Ort nahm er kein Hotelzimmer, sondern direkt den ersten Flug zurück, um um 10 Uhr wieder im Plenum seinen Dienst als parlamentarischer Geschäftsführer aufzunehmen.