Der Breitbandausbau in Oberkirnach läuft. Auch Häuser im Stockwald sowie in den Bereichen Bruderhaus und Gsod werden angeschlossen. Immerhin 20 Kilometer sei die Ausbautrasse lang, berichtete Ortsvorsteher Franz Günter. Foto: Helen Moser

Der Breitbandausbau in St. Georgen geht voran. Doch ausruhen können sich die Verantwortlichen nicht. Denn die Zeit, die für weitere Ausbauprojekte bleibt, ist begrenzt.

Wie sieht es aus in Sachen Breitband in St. Georgen? Welche Ausbauprojekte laufen aktuell? Und wie sieht die Planung für die kommenden Jahre aus? Mehr und weniger Erfreuliches hatte Jochen Cabanis, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar, in jüngster Sitzung des Gemeinderats zu berichten.

 

Was (fast) geschafft ist

Endlich Licht am Ende des Tunnels ist in Sachen Breitbandausbau im Bereich Galetsch, Rupertsberg und Seebauernhöhe. Der dritte und letzte Bauabschnitt ist quasi abgeschlossen, berichtete Cabanis. Nur einzelne Hausanschlüsse müssen noch hergestellt werden. Das solle bis Ende Oktober, spätestens aber vor Einbruch des Winters, geschehen. Insgesamt werden 39 Gebäude ans schnelle Internet angeschlossen.

Obwohl der dritte Bauabschnitt in dem Gebiet damit fast abgeschlossen ist, stößt der vorige, zweite Bauabschnitt Cabanis noch immer sauer auf – auch, da unter diesem nach wie vor kein Schlussstrich steht. „Da haben wir einfach mit der Baufirma Pech gehabt“, schilderte der Geschäftsführer des Zweckverbands. Sogar rechtliche Schritte habe man gegen das Unternehmen eingeleitet.

Die gute Nachricht: Alle etwa 470 Hausanschlüsse des zweiten Bauabschnitts seien sichergestellt und betriebsbereit. „Es geht jetzt darum, dass die Baustelle am Ende auch so aussieht wie wir es alle erwarten“, schilderte Cabanis. Endlich steuere man da auf das Ende eines schwierigen Ausbauprojekts zu.

Wo der Ausbau aktuell läuft

Dass es auch viel besser laufen kann, zeigt der Ausbau im Bereich Oberkirnach inklusive Stockwald, der aktuell läuft. Im Frühsommer habe man die Arbeiten aufgenommen, berichtete Cabanis. Von 163 Adressen hatten sich 125 für einen Anschluss ans Glasfasernetz entschieden. Bis Mitte 2026 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Auch an Kurzentschlossene appellierte er: Wer doch noch Interesse habe, könne sich nach wie vor beim Zweckverband melden, der dann sein Möglichstes versuchen werde. „Zu spät ist es erst, wenn der Bagger am Haus vorbei ist“, illustrierte Cabanis. Und warnte mit Blick auf Nachzügler – insbesondere im Außenbereich, wo zwischen Gebäuden oft lange Strecken zu überwinden sind: „Später wird es viel teurer.“

Was in Planung ist

Ähnlich sieht es in Langenschiltach aus, wo der Breitbandausbau im kommenden Jahr beginnen soll. Die Maßnahme war eigentlich schon früher geplant gewesen, wurde dann aber, da St. Georgen die Förderung für alle grauen Flecken erhielt, noch einmal umgeplant und deutlich erweitert.

Nun umfasst das Ausbaugebiet 223 Haushalte, von denen sich 155 für einen Anschluss entschieden haben. Fraglich sei aktuell nur noch, ob das Neubaugebiet auch in die Förderung miteinbezogen werden könne, schilderte Cabanis. Ausgebaut werden soll das Gebiet Alt Schulhäusle aber auf jeden Fall – mit oder ohne Förderung.

Derzeit finalisiere der Zweckverband die Ausschreibung, die idealerweise noch vor Weihnachten erfolgen solle. In den Ausbau werde man aber erst nach dem Winter einsteigen, erklärte Cabanis. Vielleicht könnten dann im Laufe des Jahres 2026 schon Kunden aus Langenschiltach ans Netz gehen.

Der Ausbau in Oberkirnach läuft. Bis Mitte 2026 soll er abgeschlossen sein. Foto: Helen Moser

Als nächste Ausbauprojekte stehen darüber hinaus der Anschluss einiger Gebäude in der Berliner Straße in St. Georgen sowie der Anschluss von ganz Brigach an. Dort habe man bislang nur einzelne Höfe angeschlossen und das Backbone-Netz verlegt. Nun rücken die restlichen Gebäude in den Fokus – sobald sie angeschlossen sind, sind Cabanis zufolge alle St. Georgener Teilorte mit schnellem Internet versorgt.

Wie es danach weitergeht

Und dann? Schon jetzt richten sich die Blicke auf die St. Georgener Kernstadt als letztes Ausbauprojekt. Durch die Förderung für den Ausbau der grauen Flecken, die man in der Bergstadt in der Tasche habe, sei auch die Kernstadt mittlerweile „zu 98 oder 99 Prozent förderfähig“, wie Cabanis berichtete. Einem Ausbau stehe also nichts mehr im Weg.

Der Zweckverband empfiehlt, 2026 bereits in die Planung für die Kernstadt einzusteigen, um das Projekt dann 2027 und 2028 umzusetzen. Ganz schön ambitioniert fand das Oliver Freischlader (SPD). Doch der enge Zeitplan ist kein Zufall: 20 Millionen Euro an Förderung sind St. Georgen für den weiteren Breitbandausbau zugesagt – die müssen aber bis 2028 verbaut sein, wie Cabanis berichtete.

Ein großflächiges Ausbaugebiet hat sich der Zweckverband mit Oberkirnach und Stockwald vorgenommen. Foto: Helen Moser

„Kriegen wird das hin im Förderzeitraum?“, wollte Freischlader wissen. Die Antwort: „Das kommt drauf an, wie viel sie aushalten als Stadt.“ Wenn die finanziellen Mittel da seien, könne man den Zeitplan schaffen, war Cabanis optimistisch. Nur ein geballtes Baustellen-Aufkommen müsse man dann vielleicht vorübergehend in Kauf nehmen.