Ein Juwel wird gerettet: Die 270 Jahre alte Mauer der Allerheiligen-Kirche in Urach wird restauriert. Denkmalstiftung fördert das barocke Ensemble mit imposantem Zwiebelturm.
Die Gemeinde der Katholischen Pfarrkirche Allerheiligen in Urach erhält für die Sanierung der Kirchenmauer einen Fördervertrag über 50.000 Euro. Das ist möglich dank der zahlreichen privaten Unterstützer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), mithilfe der Glücksspirale Baden-Württemberg.
Der Vertrag wurde am 13. April von Christine Blessing vom DSD-Ortskuratorium Villingen-Schwenningen an Harald Bethäuser, stellvertretender Pfarrer der Kirchengemeinde im Quellenland, überreicht im Beisein der Toto-Lotto-Regionaldirektorin Marina Roßmann.
Mithilfe der Mittel sollen unter anderem Sandsteinelemente am Treppenaufgang, die Mauerabdeckung und Wasserführung erneuert werden. Zudem soll die Mauer wieder mit einer Kalkschlämme gemäß historischem Vorbild verputzt werden.
Ein wahres Juwel
Die Ursprünge der Uracher Allerheiligen-Kirche liegen im elften Jahrhundert.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche immer weiter nach hinten verlängert, zuletzt 1870/71. Die hochwertige, barocke Innenausstattung mit drei Altaren erhielt die Kirche in den Jahren 1739 bis 1741.
Herrgottschnitzer am Werk
Die Barockgemälde stammen vom bekannten Barockmaler Johann Pfunner, die holzgeschnitzten Figuren sowie die geschnitzte Kanzel von Klosterbildhauer und Holzschnitzer Matthias Faller (1707-1791), der auch als „Der Herrgottschnitzer des Schwarzwalds“ bezeichnet wurde.
Die Kirchenmauer, die nun restauriert werden soll, wurde zwischen 1753 und 1754 zum Schutz des Friedhofes errichtet. Sie besitzt zwei markante Ecktürme, in denen eine nur noch rudimentär erhaltene Kreuzigung und Ölberggruppe, deren Figuren wohl auch von Faller stammen, erhalten ist. Neben den Ecktürmen verfügt die Kirchenmauer über einen südlichen Aufgang, der über eine schmale, überdachte, zweiläufige Treppenanlage führt. Die imposante Anlage mit Kirche und Mauer thront gut sichtbar über dem kleinen Ort Urach. Der besondere karminrote Zwiebelturm und die mächtige Kirchenmauer sind ein Blickfang und auch Wahrzeichen des Dorfes, das jährlich viele Touristen anzieht.
Der Bau des aufwendigen Kirchenensembles lässt sich mit der Lage an dem mittelalterlichen Hauptverbindungsweg zwischen Villingen und Freiburg erklären. Die Kirchenmauer in Urach ist eines von rund 450 denkmalgeschützten Objekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Baden-Württemberg bisher unterstützt und gefördert hat.