Gut gelaunt bringt der Comedian Markus Barth die Gäste im Theater im Deutschen Haus zum Lachen. Foto: Hübner

Einen unterhaltsamen Abend erlebten Gäste des Theaters im Deutschen Haus mit Comedian Markus Barth, der sich unter anderem über Reisen, gesunde Lebensweise oder Internetexperten lustig machte.

St. Georgen - Ute Scholz freute sich über "ein volles Haus". Sie machte Hoffnung auf die Weihnachtsproduktion, die möglicherweise auch nur online stattfinden könnte, sollten keine Besucher eingelassen werden dürfen. Für Januar ist "Kabarett meets Comedy" geplant, inklusive Online-Zugang.

Barth erwähnte zu Beginn gut gelaunt, wie sehr er Applaus vermisst habe. Beim ersten Lockdown sei er durch die Straßen Kölns gegangen und habe sich vorgestellt, die Leute applaudierten für ihn. Eigentlich sei der Lockdown mit "daheimbleiben, niemanden treffen, Fresse halten" genau für ihn gewesen. Er habe aber festgestellt, dass man mit Super-Mariokart-Pokalen keine Rechnungen bezahlen könne. Obwohl er auch Bahnfahren vermisste, gab er zu, "Schaffner zu sammeln, die die Hoffnung aufgegeben haben". Die Absperrgitter zur Lenkung der Reisenden an Flughafen seien "Maislabyrinthe für sehr dumme Menschen".

Ein zwiegespaltenes Verhältnis hatte Barth zu Schweizern, die Deutsche für einen Stundenkilometer zu schnell "verknacken" und die die Toblerone-Schokolade so eckig schufen, "dass man sich den Gaumen aufreißt". Nicht wirklich von Erfolg gekrönt war das Entdecken seiner Heimatstadt Köln während der Pandemie, wo laut Internet der Dom, ein Schokoladenmuseum und ein Friedhof die besten Ausflugsziele sind.

Für innovativ, aber nicht sinnvoll hielt Barth Diskretionszonen am U-Bahn-Schalter. Insgesamt sei die Welt sowieso wie ein Till-Schweiger-Film. Man könne lachen oder weinen, aber verstehen könne man sie nicht. Zu dieser Überzeugung trug bei, dass vor allem diejenigen Leute im Internet Experten seien, die als Ausbildung "Schule des Lebens" angaben. An der müsse es oft hitzefrei gegeben haben.

"Wenn nicht alle so oft sagen würden, dass es ihnen beschissen geht, würde es ihnen nicht so oft beschissen gehen", lautete eine Lebensweisheit des Comedians.

Er habe sich ein Gemüsebeet zugelegt, da er sich nicht sicher gewesen sei, ob sein Leben "nicht schon spießig genug war". Dem Gesundheitswahn hielt er entgegen, gerne im Unverpackt-Laden mit einer Rolle Plastiktüten aufzutreten. Was man heute Porridge nenne, sei früher Haferschleim gewesen und eine Strafe für Kinder.

Bedauerlich fand Barth, dass die Begeisterung für Europa verloren gegangen sei. Das letzte Mal sei das der Fall bei der Abschaffung der Roaming-Gebühren gewesen.

"Man sollte jeden Tag etwas tun, worüber sich Beatrix von Storch ärgert", lautete sein Motto. Etwas ernster wurde es zum Schluss, als er berichtete, dass sein Partner vor Jahren einen Schlaganfall hatte. "Lächeln, Sprechen, Arme hoch", wenn man das nicht mehr könne, seien das Anzeichen. Deshalb solle man "Dinge machen, solange man die Gelegenheit dazu hat".

Der sehr unterhaltsame Auftritt sorgte für viele Lacher, und am Ende gab es für den Comedian reichlich Applaus.