Klaus Echle hielt im Rahmen der Vortragsreihe Mundologia im Burghof einen Videovortrag mit dem Motto „Wildnis vor der Haustür“.
Der Förster des Freiburger Stadtwaldes verbindet seinen naturverbundenen Beruf mit seiner Leidenschaft für Tierfotographie. Hierzu ist er auch zu ungewöhnlichen Tageszeiten in seinem Revier Günterstal unterwegs und setzt scheinbar vertraute Tiere in ihrer natürlichen Umgebung mit kreativer Kameratechnik in ein neues Licht. Durch bewegte Bildüberlagerungen, ungewöhnliche Perspektiven oder Belichtungen entstehen oftmals spektakuläre Fotographien. Dabei suchen seine Bilder bisweilen bewusst auch die Nähe zu künstlerischen Gestaltungsprinzipen wie man sie in der Malerei kennt.
Die einzelnen Tiergeschichten sind oftmals mit Echles Arbeit als Förster verbunden und lassen in ihrer Präsentation immer auch einen persönlichen emotionalen Bezug spüren. In seinen Bildern hält Echle Situationen fest, die oft nur Momente dauern. Was auf manchen Fotos fast beiläufig wirkt, erfordert jedoch neben biologischem Wissen, und intimen Kenntnissen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt vor allem Zeit und Geduld. Die bewegte Bildfolge auf der großen Leinwand des Burghofs ist kurzweilig und entwickelt nicht zuletzt durch einen professionell unterlegten epischen Soundtrack einen starken Sog.
Intelligente Rabenvögel
Rabenvögel etwa seien intelligent wie etwa Schimpansen. Dies merke man an der effizienten Zerlegung ihrer Beutetiere. Im Kommentar zu einem Foto, bei der ein Kolkrabe das Auge eines Rehs im Schnabel trägt, kommt auch sein leicht schwarzer Humor zum Zug: „Meine Frau weigert sich bis heute, dass ich so einen Abzug über dem Esstisch aufhänge.“
Welche Fähigkeiten manche Tiere zur Adaption neuer Lebensräume haben, wird in den Fotos mit Steinmardern deutlich. Sie nähmen Autos möglicherweise als bewegte Felsbrocken und Holzpaletten als Totholz eines Waldes wahr.
Weitere Bild- und Tiergeschichten gab es zu Ratten in Lörrach, Kreuzottern im Nationalpark Baden-Württemberg, einer vermutlich ausgesetzten Schmuckschildkröte, dem inzwischen in Deutschland etablierten Marderhund, dem Tiefbauspezialisten Dachs, den attraktiven Gelbbauchunken und der Europäischen Wildkatze.
Füchse vier Jahre begleitet
Ein besonderes Verhältnis baute Echle zu einem Geschwistertrio von drei Füchsen auf, deren Leben er über vier Jahre bis zu ihrem Tod fotografisch dokumentierte.
Im voll besetzten Saal des Burghofs erwies sich das Publikum als treu gegenüber Echle und der Mundologia-Veranstaltungsreihe. Dabei kamen auch Themen wie der äußerst seltene Fuchsbandwurm oder die ausgerottete Tollwut zur Sprache.
Die regelmäßige Begegnung mit Napoleon, dem männlichen Tier, vergleicht er humorvoll mit einem Stammtischtreffen, bei dem sich die Herren zwar regelmäßig treffen, nicht viel reden und mit dem Worten verabschieden: „Schön war´s, wir sehen uns dann morgen wieder.