Bei der Semestereröffnung der Kreisvolkshochschule nahm Außenstellenleiterin Iris Züfle Blumen und Geschenke entgegen. Das 75-jährige Bestehen der Volkshochschule Pfalzgrafenweiler würdigten (von links) Bürgermeister Dieter Bischoff, Referent Joachim Hecker und Kreis-VHS-Direktor Sascha Falk. Foto: Keck

Stromgurken und Hotdogger: Mit Joachim Hecker ging es bei der Semestereröffnung der Kreis-VHS auf eine Wissenschaftsreise um die Welt.

Pfalzgrafenweiler - "Science is fun. And German too!" lautete in schönem Neudeutsch der Leitspruch zur Eröffnung des Herbstsemesters der Kreisvolkshochschule. Zugleich gedachten die Verantwortlichen des 75-jährigen Bestehens der VHS-Außenstelle in Pfalzgrafenweiler.

Eingeladen war der Mainzer Wissenschaftsjournalist und -entertainer Joachim Hecker. Der Referent hat sich weltweit einen Namen gemacht mit seinen Büchern, Vorträgen und damit verknüpften Mitmach-Experimenten.

Gleichgewichtsübung mit zwei Besen

So war der Abend in der Sporthalle vorwiegend an Familien mit Kindern ab acht Jahren gerichtet. Das überwiegend junge Publikum zeigte denn auch keine Scheu, den Referenten mit Fragen zu löchern. Hecker ließ die Gäste an Reisen, die ihn rund um den Globus führten, mit Bildmaterial teilhaben. Allerdings hätte man sich zur Semestereröffnung mehr von seinen Experimenten gewünscht, die seine Popularität begründet hatten. Für eine Gleichgewichtsübung mit zwei Besen gewann er aus dem Publikum zwei Protagonisten.

Einführend ergriff Bürgermeister Dieter Bischoff das Wort. Er hatte sich über Wirkung und Methoden des Diplom-Ingenieurs im Internet informiert und freute sich wie das Publikum auf "spannende Experimente". Bischoff ließ sich von der Überzeugung leiten, dass es den Schülern gut anstehe, sich fortzubilden. Aktuelle Erfolge von jungen Menschen, die sich für Technik und Wissenschaft interessieren, belegten die Richtigkeit seiner Ermunterung.

Iris Züfle zwölf Jahre im Amt

Der Bürgermeister hob auf das 75. Jubiläum der Volkshochschul-Außenstelle Pfalzgrafenweiler ab. Seine Gemeinde habe aus langer Tradition eine Vorreiterrolle in der Erwachsenenbildung inne. Nach verhaltenem Beginn mit noch wenigen Fortbildungsangeboten mit beschränkten Möglichkeiten habe sich die Volkshochschule fest im Landkreis verankert. Iris Züfle habe sich in ihren zwölf Jahren als Außenstellenleiterin bestens bewährt. Dafür dankte ihr das Gemeindeoberhaupt mit einem Blumenstrauß und einer "Multifunktionstasche".

Weil Bischoff gerade ohnehin am Schenken war, überreichte er das praktische Präsent auch Kreisvolkshochschuldirektor Sascha Falk und Joachim Hecker. Da mochte auch Falk nicht hintanstehen. Im Namen seiner Bildungseinrichtung bedachte er Iris Züfle nicht nur mit warmen Worten, sondern mit einer süßen Aufmerksamkeit samt Getränk.

Mit "Heckers Hexenküche" bei den Schlaufuchstagen

Anschließend war nun die Reihe an Hecker, der kurz auf seine Person und seine Tätigkeit im Dienst der Wissenschaft zu sprechen kam. Aktuell ist er als freier Dozent unterwegs. Sein Portfolio weist ihn aus als viel beschäftigten Redakteur und Fachbuchautor, der vor allem junge Menschen mit der Faszination der Technik vertraut machen möchte. Bei den Schlaufuchstagen der Kreisvolkshochschule ist er im November mit "Heckers Hexenküche" zu erleben.

Erst vor Kurzem bereiste er Äthiopien, die "Wiege der Menschheit". Mit Bildern machte er die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme des vom Bürgerkrieg heimgesuchten Landes sichtbar. Das muslimische Land werde von Unzulänglichkeiten geplagt, beispielsweise Jugendarbeitslosigkeit und mangelhafter Wasserversorgung. Dabei stellte Hecker fest, dass in Dschibuti zu leben "ungesund" sei.

Rechenübung verblüfft

Ein Aufenthalt im Februar 2019 brachte ihn in den USA mit einem Experiment, mit dem eine Gurke zum Leuchten gebracht werden kann, in Berührung. Diese "Stromgurke" eigne sich allerdings so wenig zum Nachmachen wie der typisch amerikanische "Hotdogger", mit dem binnen Sekunden Würstchen erwärmt werden können.

Hecker verblüffte allerdings mit einer Rechenübung anhand einer Zahlenreihe von zwei bis zehn. Am Ende der Rechenoperationen steht immer "Freudenstadt".

Weiter tauchte der Weltreisende in Sachen Bildung ein in Sibirien sowie die USA mit Alaska. Überall kam es zu interessanten Begegnungen mit Bevölkerung, Natur und Architektur. Erfreulich für Hecker war die Offenheit der Menschen in Bildungseinrichtungen für Wissenschaft und Technik.