Der Tanz war sein Leben. Nach jahrzehntelangem Engagement verabschiedet sich der Ballettpädagoge Detlef Hoppmann von der Volkshochschule Grenzach-Wyhlen.
An der Volkshochschule (VHS) ist es dieser Tage zu einer großen Zäsur gekommen. Denn seit 1978 fand sich immer ein Name im Programm, der für Grundlagenvermittlung und Leidenschaft im Tanz stand: Detlef Hoppmann. Fast ein halbes Jahrhundert hat der gebürtige Berliner im Gymnastikraum des Pavillon 2 an der Bärenfelsschule „Ballett für Kinder“ in Anfänger- und Fortgeschrittenengruppen unterrichtet.
In einer kleinen Feierstunde verabschiedeten VHS-Leiterin Melanie Penningers und Vanessa Gersbacher den vermutlich dienstältesten Dozenten der Einrichtung mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Wein. „Es ist eine unglaubliche Leistung, so lange mit Kindern gearbeitet zu haben“, attestierte Penningers. Ihre Kollegin Vanessa Gersbacher gehörte in den 1990er Jahren selbst zu den Zöglingen von Detlef Hoppmann. Zum Teil bis zu 120 Kinder unterrichtete er wöchentlich in seinen Kursen. Ein laut ausgesprochener lustiger Gedanke führte Hoppmann 1963 als „ersten Solotänzer“ nach Basel.
Mit dem Käfer nach Basel
Der heute 85-Jährige kam 1949 an das Kinderballett der Deutschen Oper Berlin und machte dort anschließend seine Ausbildung als Bühnentänzer, die er 1958 abschloss. Mit 17 Jahren war er der jüngste Tänzer der Einrichtung und wurde ab 1960 als Halbsolist gefördert.
Das „Basler Ballettwunder“ um Starchoreograph Waslav Orlikowsky kam mit seiner beeindruckenden „Schwanensee“-Interpretation nach Berlin, wo Hoppmann zu einer Freundin scherzhaft sagte, dass er dort gerne mittanzen würde. „Meine Freundin schlug vor, dass wir zum Vortanzen fahren. Also sind wir in den Käfer gestiegen und nach Basel gefahren“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Zuvor riefen sie in Basel an, ob Orlikowsky überhaupt anwesend sei. Er war es, und Detlef Hoppmann beeindruckte den Meister.
Mangels freier Plätze blieb Hoppmann zunächst in Berlin und bekam während der Folgezeit gute Rollen, an denen er wachsen konnte, wie er dankbar erzählt.
Von 1963 bis 1977 tanzte Hoppmann am Stadttheater, ehe er eine Tanzschule in Weil am Rhein eröffnete und gleichzeitig als Nachfolger einer Freundin die Kurse an Grenzach VHS leitete.
Schweizer Kammerballett
Doch die Schweiz ließ ihn nicht gehen. Von 1980 an war er zehn Jahre Ballettmeister und Solotänzer beim Schweizer Kammerballett Basel, für das er auch seine letzte Vorstellung als aktiver Tänzer 1990 gab.
In mehr als 30 Jahren trat er auf Bühnen in Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika auf. Mehrfach auch im Fernsehen, wobei er noch immer vom ersten Auftritt für den RBB schwärmt, als er für die einmalig aufgeführte Oper Othello den Tanzteil übernahm. Alleine mit dem Kammerballett hatte Hoppmann über 200 Auftritte in der Schweiz. Eine Zeit lang war auch seine heutige Frau Barbara Wäldele Teil des Ensembles, ehe sie 1986 bei der Erstaufführung des Musicals „Cats“ ihre Gesangskarriere startete. Sie bei ihren Auftritten in technischen Dingen zu unterstützen, ist nun Teil des Unruhestands von Hoppmann.