Die Volkshochschule Baar sucht nach Sparmöglichkeiten. Die interkommunale Forstausbildung steht auch wackeligen Beinen.
1125 Kurse mit einer Durchführungsquote von 70 Prozent und 5625 Teilnehmer – so lautet die Vorjahresbilanz der Volkshochschule (VHS) Baar.
Leiter Thomas Gähme berichtete bei der Versammlung des Zweckverbands VHS Baar in Blumberg von einer erfreulichen Entwicklung, die sich unter anderem auf die Resonanz auf die Kurse in den Bereichen Inklusion, gesellschaftlicher Teilhabe, Gesundheit und Sport zurückführen lasse.
Bei der Versammlung bezeichnete Gähme Bräunlingen dank der guten Verfügbarkeit von Räumen als stärkste Abteilung und hob als besonderes Merkmal der Zweigstelle Hüfingen und deren Attraktivität der abwechslungsreichen Exkursionen hervor.
Für Blumberg stellte er ab dem 1. Juni die Wiederbesetzung der Leitung der Außenstelle in Aussicht. Wasser in den Wein goss der Verbandsvorsitzende und Blumbergs Bürgermeister Markus Keller, der angesichts des defizitären Jahresabschlusses in Höhe von 31.700 Euro und dem Jahresfehlbetrag von 35.000 Euro im Jahr 2024 dringend Maßnahmen einforderte, um dieser Entwicklung strukturell entgegenzuwirken.
Laut Sitzungsvorlage fielen im Vorjahr 10.000 Euro als Sonderausgabe für das 50-Jahr-Jubiläum an. Für Keller war dies kein Grund, sich zurückzulehnen, da das strukturelle Defizit selbst bei einem Abzug dieser Ausgabe bestehen bleibt.
Strukturelles Defizit
Hinsichtlich einer deutlichen Einbuße von rund 30 Prozent bei den Inklusionskursen, die sich auf die gesetzlichen Veränderungen bezüglich der Migration zurückführen lässt und den außerplanmäßig steigenden Umlagen für die vier Verbandsgemeinden, forderte Keller die Anforderungen, mittelfristig den Erlösen anzupassen. Überlegungen, dem Minus entgegenzuwirken, sah er unter anderem in jenen Bereichen, in denen massive Kostensteigerungen vorliegen. Als Beispiele nannte er die steigenden Reinigungskosten aufgrund der Übernahme von externen Dienstleistern oder den Anstieg der Kosten für die nicht eigenen Räume.
Keller appellierte, in der anschließenden, nicht-öffentlichen Sitzung, bezüglich Einsparmöglichkeiten in alle Richtungen zu denken. Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle war in seiner Funktion als Verbandsvertreter erfreut, dass sich die VHS Baar angesichts des Defizits der Struktur widmet und so probiert, der Entwicklung entgegenzusteuern. Dem stabilen Portfolio an Kursen und konstanten Teilnehmerzahlen müsse eine offene Diskussion jener Kurse gegenüberstehen, die sich nicht lohnten.
Die Versammlung votierte auf Anregung von Ramona Vogelbacher dafür, dass im Minimum fünf vollzahlende Kursteilnehmer eines der Durchführungskriterien sind. Keller fand bei den Integrationskursen die gravierenden Änderungen nicht ganz durchdacht, da er im Erlernen der Sprache ein bindendes Glied sieht.
Mit großen Hoffnungen gestartet
Eine unerfreuliche Entwicklung zeigt das mit großen Hoffnungen gestartete Projekt gemeinsame interkommunale Forstausbildung. Die finanziellen Anforderungen konnten auch aus Unkenntnis aller Details nicht vollständig beziffert werden. Hinzu addierten sich arbeitsrechtliche, bürokratische und sicherheitstechnische Herausforderungen, welche die Kosten kontinuierlich ansteigen lassen.
Keller signalisierte, dass die Kosten im Verhältnis zum Profit der Ausbildung bleiben müssen. Donaueschingens Bürgermeister Severin Graf mahnte an, dass man sich nicht in eine Einbahnstraße begeben solle. Bächle schlug vor, unter Berücksichtigung von Einsparmöglichkeiten, die neuen, solide abgeklärten Kosten in den Gemeinderäten zu kommunizieren.
Ziel ist es, dass sie in ihren Gremien bei gleichlautenden Beschlussvorschlägen final über die interkommunale Zusammenarbeit in der Forstausbildung abstimmen können.