Die einhellige Zustimmung zum Wirtschaftsplan im VHS-Zweckverband erfolgt unter dem Vorbehalt einer Kostenoptimierung und Strukturbereinigung. Foto: Rainer Bombardi

Der Wirtschaftsplan der Volkshochschule Baar für das kommende Jahr veranlasste die Mitglieder der Verbandsversammlung, die aktuellen Strukturen zu diskutieren.

Blumbergs Bürgermeister Markus Keller sah in der steigenden Umlage für die Verbandsgemeinden in Verbindung mit den seiner Meinung nach unverhältnismäßigen Marketingkosten erste Alarmzeichen und appellierte, ein „Weiter so!“ zu stoppen.

 

450 000 Euro Gebühren aus Kursen hörten sich zwar gut an. Doch aufgrund von Kostensteigerungen wegen tariflicher Anpassungen für die Mitarbeiter und wegen des nahezu vollständigen Wegfalls der Rücklagen forderte er eine nachhaltige Kosteneinsparung ein. Keller appellierte, nicht die Augen vor einer Aufgabendiskussion zu verschließen und den originären Bildungsauftrag der Volkshochschule wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Bildungsauftrag betonen

In der Schuljahreszwischenbilanz von VHS-Leiter Thomas Gähme vermisste er eine Aufstellung über die Anzahl der Teilnehmer pro Kursus, pro Veranstaltung und der seit Jahren wiederkehrenden Kurse. „Unsere Cash Cow sind die Integrationskurse, sowohl was die Förderung als auch den Erlös von 180 000 Euro betrifft“, forderte Keller, die VHS so aufzustellen, dass sie in keine finanzielle Schieflage gerät, wenn sie in geringerem Ausmaß oder gar nicht mehr stattfinden. Keller waren insbesondere die Marketingkosten ein Dorn im Auge, welche er mit einem Anteil von 47.000 Euro als deutlich zu hoch einstufte. „Ihr Anteil darf fünf Prozent an den Gesamterlösen nicht übersteigen.“

Bei Werbung sparen

Keller nannte als Beispiel für Einsparungen die Werbungskosten für Selbstläufer und Dauerbrenner wie die Integrationskurse besser zu bewerben. Er forderte die Highlight-Veranstaltungen besser zu bewerben. „Wir erwarten konkrete Vorschläge bezüglich einer Optimierung der Strukturen, auch hinsichtlich der Programmgestaltung“, erinnerte Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle an die Zeiten vor wenigen Jahren, als die VHS noch Rücklagen im sechsstelligen Bereich hatte. „Wir müssen uns bei jeder Leistung hinterfragen, wo sich Kosten optimieren und einsparen lassen“, ergänzte Hüfingens Bürgermeister Patrick Haas, der die Einwohnerzahlen der Gemeinden zur Berechnung des Kostenverteilschlüssels hinterfragte. „Ist das der richtige Maßstab oder wären andere Zahlen wie etwa Unterrichtseinheiten pro Verbandsmitglied nicht besser?“, ergänzte Keller.

Konkrete Angaben

Letztendlich beschloss die Versammlung den Wirtschaftsplan 2025 mit Festsetzungsbeschluss, Erfolgs-, Finanz-, Stellen- und Investitionsplan einstimmig in der Hoffnung, bis zur Verbandsversammlung am 20. Mai konkretere Angaben zur zukünftigen Ausrichtung und Kostenoptimierung zu erhalten.

In seinem Ausblick auf 2026 hatte VHS-Leiter Gähme bereits zu Beginn der Sitzung auf eine deutlich sichtbarere Präsenz in den sozialen Medien hingewiesen. Als Möglichkeiten einer notwendigen Effizienzsteigerung führte er die Erweiterung des Bildungsangebots wie etwa die Erweiterung zur Abendrealschule, flexiblere Kursformate, eine gezieltere Teilnehmergewinnung oder vermehrte Kooperationen mit Schulen, Vereinen oder Betrieben an. Auch eine intensivere Nutzung von Förderprogrammen und eine Verwaltungsoptimierung im IT-Bereich führte er an.