Spielertrainer Philipp Rumpel – hier am Ball gegen die TSF Dornhan – blickt zufrieden auf die Vorrunde seiner Sulzer zurück. Foto: Wagner

Im Sommer noch fast abgestiegen, ist der VfR Sulz ein halbes Jahr später oben in der Bezirksliga dabei. Trotz Tuchfühlung zur Tabellenspitze schaut Philipp Rumpel noch nach unten.

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft: Was im Profibereich sowieso bekannt ist, zeigt sich immer wieder auch im Amateurbereich. 2019 kämpfte beispielsweise die SG Empfingen in der Relegation um den Klassenerhalt, stieg ein Jahr später in die Landesliga auf und spielt nun dort seit Jahren um den Aufstieg mit.

 

Am 21. Juni vergangenen Jahres war der VfR Sulz schon mit anderthalb Beinen in der Kreisliga A, nachdem man das Relegationsspiel gegen Möttlingen 1:2 verloren hatte – doch einen Tag später schaffte Freudenstadt den Aufstieg und rettete damit auch den VfR. „Das Thema wird schon immer wieder mal angesprochen. Wir sind sehr froh, dass es so gelaufen ist“, bekennt Spielertrainer Philipp Rumpel im Gespräch.

Starke Bilanz

Froh sein kann der Ur-Sulzer, der das Team zusammen mit Domenico Mosca coacht, auch über die Vorrunde seiner Mannschaft: 29 Punkte nach 15 Partien bedeuten über die Winterpause den 2. Platz. Gewinnt man sein Nachholspiel, könnte man punktetechnisch sogar zu Spitzenreiter Gechingen aufschließen.

Auf Kampfansagen jedweder Art verzichtet Rumpel aber deutlich und sagt: „Wir bleiben auf dem Boden. Letzte Saison haben wir gesehen, wie schnell es gehen kann. Daher gilt es so weiter zu machen und erstmal noch ein paar Punkte zu holen.“ Vom oberen zum unteren Relegationsplatz sind es tatsächlich „nur“ elf Punkte. „Es ist wirklich eine unfassbar ausgeglichene Liga. Lange Zeit war die Tabelle ja noch enger zusammen. Jeder kann jeden schlagen“, so Rumpel.

Verbesserung in der Defensive

Verantwortlich für den positiven Umschwung seines Heimatvereins sieht er mehrere Faktoren. So benennt er die stabilere Defensive als einen Schlüsselpunkt. 24 Gegentore in 15 Partien können sich sehen lassen, zumal es gleich sieben davon beim „völlig gebrauchten Tag“ in Gechingen gab. „In diesem Bereich haben wir uns auf jeden Fall verbessert. Zudem spielt unser Torhüter Falk Kitzlinger bisher eine super Saison“, erklärt Rumpel. Offensiv – das zeigen auch die vergangenen Jahre – ist der VfR sowieso immer gut für ein Tor.

Mutschler schlägt voll ein

Am treffsichersten war bisher Neuzugang Dennis Mutschler (zuvor Dornhan) mit zehn Toren. Der Spielertrainer lobt: „Er tut uns richtig gut, wir haben nun wieder einen richtigen Neuner. Er gibt auch richtig Gas.“ Ebenfalls wichtig: Bis auf den Kreuzbandriss von Jonas Baur blieb man in der Vorrunde von Verletzungen weitgehend verschont. Mit Maurice Fadda ist ein absoluter Schlüsselspieler nach ebenfalls schwerer Knieverletzung auf dem Weg der Besserung. Rumpel betont: „Da machen wir ihm gar keinen Druck. Vielleicht kann er im Laufe der Rückrunde noch zum Einsatz kommen.“

Gehr Rumpel in sein 7. Jahr?

Und auch der positive Lauf, zwischenzeitlich blieb man sechs Spiele ungeschlagen, tut sein übriges. „Man geht dann schon anders in die Spiele, erläutert Rumpel. Der torgefährliche Linksfuß ist bereits in seiner sechsten Saison im Amt. Man befinde sich aktuell in Gesprächen, wie es kommende Saison weitergeht. „Ich mache mir jedes Jahr Gedanken, was richtig sein könnte. Aber nicht unbedingt deswegen, dass es dann schon mein siebtes Jahr wäre.“