Wieder sieht der Gegner-Coach den FC 08 als Oberliga-Spitzenteam an. Stellt dies Villingen im Gegensatz zum 1:3 gegen Aalen in Mannheim (Freitag, 19.30 Uhr) unter Beweis?
Oberliga: „Wir können beim VfR Zählbares holen“, betont Steffen Breinlinger, bevor der Coach am Freitag gegen 13.15 Uhr in den Teambus steigt. In Mannheim erwartet der Villinger Trainer eine „wahre Spitzenmannschaft“, verweist der 42-Jährige vor allem auf die Offensivwucht („Der VfR spielt vorne sehr variabel und besitzt hohe individuelle Qualität“) des Tabellenzweiten. „Natürlich müssen wir in der Defensive stabil stehen.“
Der Matchplan
Doch dies wird an der Theodor-Heuss-Anlage 19 nur ein Schlüssel zum Erfolg sein. Von sehr großer Bedeutung sei im Rhein-Neckar-Stadion, dass die Nullachter auch ihre Stärken im Spiel nach vorne unter Beweis stellen. Dies war beim 1:3 gegen Aalen gerade in der ersten Hälfte praktisch überhaupt nicht der Fall. „Wir brauchen mehr Ballbesitz und eigene Aktionen“, ging es unter der Woche in den Einheiten auch deshalb viel um „offensive Inhalte“.
Breinlinger erwartet also einen mutigen Auftritt bei Mannheimern, welche die sechs vergangenen Heimspiele für sich entschieden haben.
Die Personalien
Zwar blieben auch die Nullachter von der Erkältungswelle nicht ganz verschont, doch der Villinger Übungsleiter geht davon aus, dass bis auf den verletzten Kevin Hezel alle Mann im Mannschaftsbus sitzen werden.
Das 08-Gefährt wird übrigens länger in der Stadt des Deutschen Meisters von 1949 stehen. „Wir werden nach dem Spiel gemeinsam noch etwas in Mannheim unternehmen“, hofft Steffen Breinlinger natürlich, dass er mit seinen Spielern auf eine Überraschung anstoßen kann.
VfR Mannheim
Dies will Marcel Abele natürlich verhindern. Der VfR-Coach musste übrigens nicht lange überlegen, als die Anfrage des FC 08 kam, das Spiel vom Sonntag auf den Freitagabend zu verlegen. „Flutlichtspiele haben immer ein ganz besonderes Flair“, freut sich der VfR-Coach auf ein „Topspiel“ der Oberliga im Rhein-Neckar-Stadion. „Villingen hatte zwar Anlaufprobleme, besitzt aber einen sehr starken Kader. Ich habe den FC 08 nicht abgeschrieben“, traut der 37-Jährige dem Regionalliga-Absteiger noch eine Aufholjagd zu.
„Wir müssen natürlich vor allem die Räume von Marcel Sökler eingrenzen“, weiß der Ex-Regionalligaspieler um die Gefährlichkeit des 08-Torjägers.
Esswein und Pander
Aber auch der Deutsche Meister von 1949 hat einen Top-Stürmer in den Reihen. „Pasqual Pander hat derzeit einen Lauf“, setzt Abele am Freitag auf den Neun-Tore-Mann.
Weiter tragen Ex-Profi Alexander Esswein (196 Bundesliga-Spiele, 14 Tore), Lennart Thum oder Alexandru Paraschiv ihren Teil dazu bei, dass der VfR die beste Offensive der Liga stellt. „Wir stehen aber auch stabil in der Defensive“, hat Marcel Abele in allen Bereichen eine positive Entwicklung notiert.
Der Lohn ist der zweite Rang. „Wir bremsen die Euphorie nicht“, gibt der VfR-Trainer zu, dass Mannheim in die Regionalliga möchte. Der große Kontrahent ist Spitzenreiter Aalen. „Fußballerisch sind wir mit Aalen auf Augenhöhe, strukturell noch nicht“, geht Abele aber davon aus, dass auch in Sachen Fans und Infrastruktur der Waldhof-Ortsrivale auf einem guten Weg ist.