Wenn der FC 08 am Freitag (19.30 Uhr) beim Spitzenteam VfR Mannheim gastiert, dann geht es gegen den Verein, der die allererste deutsche Meisterschale in die Höhe stemmte.
1949: Der Verein für Rasenspiele Mannheim 1896 trifft im Stuttgarter Neckarstadion auf Borussia Dortmund um Alfred Preißler. 92 000 Zuschauer sehen, wie Mannheim mit 3:2 nach Verlängerung gewinnt.
Das Spiel geht nicht nur als „Hitzeschlacht von Stuttgart“ in die Annalen ein, sondern es wurde damals auch erstmals die deutsche Meisterschale vergeben. Mannheim war also der Verein, der die „Salatschüssel“ überreicht bekam. Zuvor hielten Deutsche Meister die (dann im Zweiten Weltkrieg verschollene) Victoria-Trophäe in die Höhe.
Übrigens – auch Sepp Herberger, Weltmeister-Trainer von 1954, trug in den 1920er-Jahren das Trikot der Rasenspieler.
Die Neuzeit
Von diesen glorreichen Zeiten sind die Mannheimer weit entfernt. Ortsrivale Waldhof bestimmte in der jüngeren Vergangenheit das Geschehen in der Quadratestadt. Seit 2023 mischt der VfR aber zumindest wieder in der Oberliga mit. Ein Jahr später kam Coach Marcel Abele, mit dem der Deutsche Meister von 1949 in der vergangenen Runde den starken dritten Rang belegte.
Nun wollen die Mannheimer den nächsten Schritt machen. Dies gelingt bisher eindrucksvoll. Der VfR belegt nach 13 Spieltagen mit 31 Punkten hinter Aalen (33) den zweiten Rang. Im heimischen Rhein-Neckar-Stadion hat der Tabellenzweite bisher – bis auf ein Unentschieden – alle Spiele gewonnen. Damit stellt der VfR das beste Heimteam der Liga.
Torschütze vom Dienst ist Pasqual Pander, der mit neun Treffern zusammen mit Tasos Leonidis (FC Nöttingen) die Torjägerliste anführt. Mit insgesamt 29 Treffern stellt der VfR mit Pforzheim die gefährlichste Offensive der Oberliga BW.
Nur in Sachen Zuschauer hat der VfR noch Nachholbedarf. Nur 386 Fans kommen im Schnitt ins Rhein-Neckar-Stadion, in Aalen sind es über 2000.
Die Veränderungen
Zugänge: Tim Seifert (TSV Essingen), Sven Mende (1. CfR Pforzheim), Enes Olgun Tubluk (FC Nöttingen), Luca Pedretti (VfR Wormatia Worms), Shaban Veselaj (TSG Backnang), Lennart Thum (TSV Schott Mainz), Leo Wemhoener (SV Waldhof Mannheim II).
Abgänge: Michel Witte (FV Illertissen), Altin Vrella (VfR Wormatia Worms), Yakup Polat (FC Arminia 03 Ludwigshafen), Andrew Wooten (TuS Mechtersheim), Manfred Osei Kwadwo (FSV Jägersburg).