Schiedsrichter Lauritz Hafner vom VfL Nagold steigt in die Regionalliga Südwest auf.
Die Schiedsrichtergruppe Calw hat wieder einen Regionalliga-Referee: Lauritz Hafner vom VfL Nagold darf ab der kommenden Saison Spiele in Deutschlands vierthöchster Spielklasse leiten. Zudem wird der 24-Jährige weiterhin in der A- und B-Jugend-Bundesliga pfeifen.
Vier in der engen Auswahl
„Riesig gefreut“ habe sich Hafner, als der Anruf vom Württembergischen Fußballverband kam, der ihm seinen Aufstieg mitteilte. „Da hat sich die Arbeit in der Rückrunde bezahlt gemacht“, strahlt der Nagolder. Denn ob ein Schiedsrichter überhaupt für den Aufstieg in die Regionalliga Südwest infrage kommt, wird erst in der Winterpause von den drei baden-württembergischen Fußballverbänden festgelegt. Württemberg darf zwei seiner 16 Oberliga-Schiedsrichter nominieren, Baden und Südbaden jeweils einen. Diese vier Kandidaten werden dann in der Rückrunde ganz genau unter die Lupe genommen. Zwei von ihnen dürfen aufsteigen. Neben Hafner kommt auch der zweite Aufsteiger mit Koray Aydin von der Schiedsrichtergruppe Blautal/Lonetal aus Württemberg.
Premiere beim VfR Aalen
Hafner war erst in dieser Saison in die Oberliga aufstiegen und hat damit den direkten Durchmarsch geschafft. Besonders an seine Premiere zu Saisonbeginn erinnert er sich noch gut – das Ostalb-Derby zwischen dem VfR Aalen und Normannia Gmünd vor 2500 Zuschauern. „Da war richtig Stimmung“, sagt der Nagolder über seinen Auftakt in dem früheren Zweitliga-Stadion.
In der neuen Saison freut sich der 24-Jährige besonders auf das Moselstadion in Trier – falls er dort eingesetzt wird. „Ich freue mich aber generell auf neue Spielorte, neue Spiele und neue Herausforderungen“, meint Hafner, der in den vergangenen neun Jahren insgesamt 550 Spiele geleitet hat, und unterstreicht: „Zwei von 16 Schiedsrichtern haben vom WFV das Vertrauen bekommen und dieses Vertrauen will ich zurückgeben.“
Dank an die Assistenten
Gut klargekommen sei der selbstbewusste Nagolder auch in dieser Saison mit seinen neuen Aufgaben. „Ich habe mir da überhaupt keinen Druck gemacht. Ich kenne meine Stärken: Kommunikation, Spielverständnis, Ausdauer“, betont Hafner. Besonders dankt er seinen beiden Assistenten, mit denen er in der gesamten Rückrunde als Trio in der Oberliga unterwegs war: Felix Günter von der Schiedsrichtergruppe Ludwigsburg und sein Calwer Obmann Benjamin Haug. „Ohne dieses Team wäre das nicht möglich gewesen. Ich konnte mich auf die beiden absolut verlassen und mich dadurch auf andere Dinge auf dem Platz konzentrieren. Da fühlt man sich so richtig wohl“, sagt Hafner, der aber auch seiner Familie und seinen Freunden dankt, die immer wieder mitgereist sind – vor allem zu seinem letzten Oberliga-Spiel zwischen dem FC Villingen und dem 1. Göppinger SV.
Weiterhin in Aktion zu sehen sein wird Hafner allerdings auch im Fußballbezirk Nordschwarzwald. Unter den 93 Spielen, die er in dieser Saison geleitet hat, waren ebenso Spiele vor der eigenen Haustür – sogar bei der E-Jugend. „Dafür bin ich mir wirklich nicht zu schade. Die Kinder freuen sich, wenn ein richtiger Schiedsrichter kommt. Man darf nicht vergessen, woher man kommt. Außerdem möchte ich meiner Schiedsrichtergruppe Calw etwas zurückgeben“, verdeutlicht der Nagolder.
Und jetzt in die 3. Liga?
Bleibt die Frage: Hat Hafner nach diesem Durchmarsch von der Verbands- in die Regionalliga bereits die 3.Liga im Blick? Doch da winkt er sofort ab: „Für mich geht es jetzt erst einmal nur darum, in der Regionalliga Fuß zu fassen – und schöne Momente zu sammeln.“