Große Spuren habe sein Vorgänger Armin Redzepagic hinterlassen, sagt der neue Nagolder Trainer Marcel Schuon. Im Gespräch mit unserer Redaktion skizziert der ehemalige Fußballprofi den Weg, den der VfL nun unter seiner Regie einschlagen soll.
Nach sieben Jahren hat der VfL Nagold einen neuen Trainer: Marcel Schuon hat den Fußball-Landesligisten in diesem Sommer übernommen. Der ehemalige Profi, der beim VfL Osnabrück, SV Sandhausen und VfB Stuttgart II gespielt hat, war bis 2023 Spielertrainer beim TSV Haiterbach. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt der 39-Jährige, was er mit dem VfL Nagold vorhat.
Herr Schuon, wie einfach ist es, eine Mannschaft zu übernehmen, die mit Armin Redzepagic sieben Jahren lang den gleichen Trainer hatte?
Sieben Jahre ist eine lange Zeit. Armin hinterlässt große Spuren, aber natürlich auch tolle Grundlagen, die er mit der Mannschaft über die Jahre erarbeitet hat. Ich sehe in der Truppe viel Potenzial und habe viele Ideen. Das wird sicherlich seine Zeit benötigen. Zunächst ist es aber das Wichtigste, dass wir uns als Team schnellstmöglich finden und zusammen an einem Strang ziehen.
Haben Sie vor der ersten Trainingseinheit Gespräche mit Armin Redzepagic geführt?
Nicht speziell. Wir kennen und schätzen uns sehr. Der Kontakt war die letzten Wochen und Monaten immer da.
Armin Redzepagic hat kürzlich gesagt, dass er dem VfL Nagold ohne die Abgänge seiner Top-Spieler in den vergangenen Jahren auch einen Aufstieg in die Oberliga zugetraut hätte. Sehen Sie das auch so?
Das kann ich als Außensteher nicht bewerten. Wenn man sich die Abgängerliste der letzten Jahre anschaut, wäre der Weg vielleicht möglich gewesen. Der Weg in die Oberliga ist dennoch lang und steinig und es gehört auch einiges an Glück dazu.
Was haben Sie mit dem VfL Nagold vor?
Mittelfristig wollen wir in die Verbandsliga und uns dort etablieren. Das sollte und darf unser Ziel als VfL Nagold sein. Für diese Saison heißt es aber zunächst einmal, den ersten Schritt stabil zu gehen. Danach sehen wir weiter. Wir möchten attraktiven Offensivfußball spielen – mit Mut und Torhunger für den Erfolg. Auch in diesem Jahr sind wieder vielversprechende Talente in unserem Kader, die wir im Sinne des Nagolder Wegs an die erste Mannschaft heranführen beziehungsweise als feste Größe stabilieren wollen.
Durch die WFV-Reform hat sich das Einzugsgebiet der Landesliga vergrößert. Was sagen Sie zu der neuen Liga?
Wir freuen uns auf neue Gegner und sind gespannt, was in der neuen Liga auf uns zukommt.
Wie sehr schmerzen die Abgänge von Admir Osmicic und Christos Thomaidis?
Natürlich wäre es mir lieber, wenn die zwei noch bei uns wären. Mein Kader hat aber mein vollstes Vertrauen und ist stark aufgestellt, um die Abgänge zu kompensieren. Jetzt heißt es für andere Spieler in diese Fußstapfen zu treten, Verantwortung zu übernehmen und den nächsten Schritt zu gehen.
Sie stehen bereits seit Monaten als neuer Trainer des VfL Nagold fest. Wie viel Marcel Schuon steckt in der Kaderplanung für die neue Saison und sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Seit der Bekanntgabe bin ich natürlich schon intensiv in die Kaderplanung mit einbezogen gewesen und habe viele Gespräche begleitet. Ich bin sehr froh, dass die Mannschaft im Großen und Ganzen zusammen geblieben ist. Unsere Neuzugänge überzeugen, dazu noch mit Chris Wolfer ein Rückkehrer, der einen enormen Willen auf den Platz bringt. Wie schon gesagt: Ich habe vollstes Vertrauen in unsere sehr breit aufgestellte Mannschaft. Jeder einzelne wird mit seinem Charakter wichtig werden und seinen Platz auf dem Spielfeld finden.
Was hat Sie am meisten daran gereizt, den VfL Nagold als Trainer zu übernehmen?
Der VfL Nagold ist hier im Umkreis ein großer Verein mit ordentlichen Strukturen. Vor allem aber das Spielermaterial ist sehr reizvoll. Wir haben eine sehr junge lernwillige Truppe, die im besten Fußballeralter steckt. Hier kann man als Trainerteam etwas aufbauen, weiterbringen und erreichen. Das möchten wir als Trainerteam bei den Jungs herauskitzeln, um dann hoffentlich den maximalen Erfolg zu erreichen.
Armin Redzepagic war sieben Jahre lang Trainer in Nagold. Streben Sie eine ähnlich lange Amtszeit an?
Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne länger in einem Verein arbeite. Das zeigen auch meine sieben Jahre in Haiterbach. Trotzdem weiß man nie, was der Fußball mit sich bringt. Ich bin aber guten Mutes, dass wir eine tolle Zeit zusammen vor uns haben werden.