Schmal war der Kader, noch schmaler die Ausbeute. Der VfL Nagold unterlag bei Tabellenführer SV Allensbach 2 – und erlebte dramatische Schlussminuten.
„Man hat halt schon gemerkt, warum die da vorne stehen“, hat VfL-Coach Markus Renz nach dem Spiel viel Lob für die Gegnerinnen übrig.
Und tatsächlich: Der SV Allensbach 2 präsentierte sich als Mannschaft, die ganz genau um ihre Stärken weiß und diese auch mit Geduld konsequent immer wieder auf die Platte brachte. Renz weiter: „Die haben es eigentlich immer hinbekommen, zu klaren Abschlusssituationen zu kommen.“
Nagolds Handballerinnen konnten nach dem 22:21 bei der HSG Dreiland den Gastgeberinnen dennoch in den ersten Minuten einen kleinen Schrecken einjagen. Denn der VfL begann famos. Klar herausgespielte Chancen wurden da nach und nach verwandelt.
Zu Beginn dreht der VfL auf
Die ersten Minuten war tatsächlich der VfL das tonangebende Team. Mit einem 3:0-Lauf startete Nagold in das Spiel, nach fünf Minuten stand es gar 5:1, und nach acht Minuten lag der VfL noch immer mit 7:4 vorne. „Da sind wir zu guten und klugen Abschlusssituationen gekommen“, lobt Renz.
Der Tabellenführer bleibt ruhig
Doch die zweite Garde des Drittligisten SV Allensbach ließ sich nicht ansatzweise beirren, setzte weiter auf ihre Stärken, suchte die Torerfolge mit Eins-gegen-eins-Situationen und kam letztlich immer näher heran. Oder wie es der VfL-Trainer sagt: „Die haben halt nie die Ruhe verloren.“
Alles auf Anfang
Nach 18 Minuten stand es schließlich 10:10. Und während die Gastgeberinnen, jetzt erst so richtig in Fahrt kamen, begann der VfL-Motor plötzlich deutlich zu stottern. Es häuften sich die technischen Fehler. Zu viele Pässe landeten direkt in den Händen der Gegnerinnen, vielleicht auch dem ungewohnten Spiel mit Harz geschuldet. Doch nicht immer – manchmal war es auch einfach nur Unkonzentriertheit.
Der SV Allensbach 2 bestrafte solche Fehler gnadenlos mit meist exquisit herausgespielten Kontern, die immer wieder Nagolds Abwehr aushebelten. Letztlich traf der VfL nur noch zweimal in der ersten Hälfte, und der SV Allensbach 2 zog bis zur Pause vorentscheidend auf 18:12 davon.
Zweite Halbzeit „plätschert“
„In der zweiten Hälfte plätscherte das dann ein wenig vor sich hin“, so der Eindruck von Markus Renz. Immerhin: „Wir ließen uns nicht komplett abschlachten“. Andere Gegnerinnen hätten vom SV Allensbach auch schon deutlichere Packungen kassiert.
Nagolder Kräfte reichen nicht
Für eine wirkliche Gegenwehr reichten die Nagolder Kräfte aber nicht mehr. Das lag wohl auch am schmalen Kader. Einige erfahrene Spielerinnen waren verhindert. Für die drei mitgereisten A-Jugendspielerinnen hatte das immerhin den positiven Nebeneffekt, dass sie viel Einsatzzeit bekamen, und ihre Aufgaben auch gut erledigten.
Bange Momente
In der letzten Minute musste das Verbandsligateam aus Nagold zu allem Überfluss auch noch bange Momente wegstecken: Alena Wolf stürzte bei dem Versuch, einen Konter der Gegnerinnen zu unterbrechen und knallte unglücklich mitten auf das Gesicht.
Was ist mit Alena Wolf?
Minutenlang musste die am Kopf blutende und benommen wirkende Nagolder Top-Spielerin auf dem Feld behandelt werden. „Das braucht auch kein Mensch so kurz vor dem Ende“, sagt Markus Renz. Wobei die Gegenspielerin an dem Sturz keine Schuld traf. „Das war einfach unglücklich“, so Renz.
Entwarnung aus dem Krankenhaus
Immerhin: Stunden nach dem Spiel konnte Entwarnung gegeben werden. Zwar musste Alena Wolf im Krankenhaus über dem Auge genäht werden, doch Renz versichert: „Es ist zum Glück nichts Schlimmeres passiert. Es war nur eine Platzwunde.“
Sekunden laufen ohne Aktion herunter
Nach diesem Schockmoment ließen die Mannschaften nach Absprache mit den Schiedsrichtern die letzten Sekunden des Spiels herunterlaufen, ohne den Spielball aufzunehmen. Trotz der Niederlage kann das Verbandsligateam aus Nagold mit der nun abgeschlossenen Reihe von drei herausfordernden Auswärtsspielen hintereinander zufrieden sein: Zwei der drei Spiele wurden gewonnen.
„Endlich wieder ein Heimspiel“
Nun gilt der Fokus ganz dem letzten Spiel der Hinrunde. „Endlich wieder ein Heimspiel“, freut sich Renz auf das Aufeinandertreffen mit dem TV Weilstetten am Samstag, 13. Dezember, ab 20 Uhr. „Da gucken wir, dass wir die Hinrunde mit einem Erfolgserlebnis abschließen können.“
SV Allensbach 2 – VfL Nagold 32:21 (18:12)
VfL Nagold: Emily Bayer im Tor, Sofia Thomaidou (7), Alena Wolf (5), Sarah Kunz (4), Sarai Brösamle (2), Aline Rau (2), Aileen Hofmann (1), Marlen Dengler, Luisa Eipper, Janina Hehr, Alisa Kübler und Karoline Wolf.
Schiedsrichter: Achim Dumkow und Daniel Lehman