Bild mit Symbolcharakter: Der Nagolder Tobias Essig (vorn, in Blau) hat im Sechzehner keine Chance, an den Ball zu kommen. Foto: Kraushaar

Der VfL spielt in Bösingen gefällig, aber völlig ungefährlich. Die Nagolder kommen einfach nicht in die Box – und fühlen sich vom Schiedsrichter benachteiligt.

2:3 beim VfL Sindelfingen, 0:1 gegen den SV Zimmern, 1:3 beim VfB Bösingen – der VfL Nagold setzt zum Saisonende seine Negativserie ungebremst fort. Die Entstehung von zwei der drei Gegentore sorgte zwar für Diskussionen, aber einen „Dreier“ hätte sich der Titelanwärter nur in der Viertelstunde nach der Pause verdient.

 

Letztes Aufgebot

Ohne Serach von Nordheim (gesperrt), Admir Osmicic, Jürgen Schechinger, Fabian Mücke, Nico Graf, Philipp Schäuble und Jan Beifuß stellte sich die Startelf nahezu von allein auf. Armin Redzepagic baute mit Frederic Fleischle, Marco Quiskamp und Nick Schweizer hinten auf eine Dreierkette, im Mittelfeld kamen Burak Tastan, Johannes Fleischle, Perparim Halimi und Berk Özhan zum Zug, Elias Bürkle, Christos Thomaidis und Laurenziu Biemel bildeten die Spitze.

Die sah in der ersten halben Stunde trotz relativ gefälligen Spiels kaum einen Ball. Nagold kam nicht in die Box, und hinten brannte es im Minutentakt, weil sich der VfB in seiner Spielanlage einfach effektiver zeigte. Philipp Haaga gab einen ersten Warnschuss ab (7.), dann kam Benedikt Bantle ganz frei zum Abschluss (11.). Weiter ging es mit einem Freistoßtrick von Bantle und Marius Müller (15.), kurz darauf rettete Joel Mogler gegen Bantle (19.), dann konnte Marco Quiskamp mit letztem Einsatz einen Konter stoppen (29.).

Armin Rezepagic muss umstellen

Nach einer halben Stunde stellte Armin Redzepagic komplett um. Elias Bürkle ging zurück auf die Sechs, Berk Özhan auf rechts, Christos Thomaidis in die Spitze. Offensiv blieb die Umstellung allerdings ohne Wirkung. Dass der VfL die Null in die Pause mitnehmen konnte, verdankte er nur seinem Torhüter Joel Mogler, der direkt vor dem Pausenpfiff eine Eins-gegen-eins-Situation gegen Benedikt Bantle meisterte.

Doppelwechsel setzt Nagold zu

Bantle war sichtlich entnervt, wurde folgerichtig nach knapp einer Stunde für Torsten Müller aus dem Spiel genommen, neben ihm musste Fabian Schmid seinen Platz für den schnellen Julian Schneider räumen. Der Doppelwechsel setzte dem VfL Nagold zu, die starke Viertelstunde nach Wiederbeginn mit einer Chance für Perparim Halimi (59.) verpuffte. Berk Özhan, der keine Bindung zum Spiel gefunden hatte, musste Matthias Rauser Platz machen. Ein Kopfball von Laurenziu Biemel, den Ron Armbruster mit einem Reflex entschärfte (67.), sollte zur die letzte gute VfL-Chance sein.

Es geht Schlag auf Schlag

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nach einem abgewehrten Eckball kam das Leder nochmals zum VfB, und Flavio Ippolito ließ Mogler im VfL-Tor mit einem Schlenzer ins rechte Toreck (73.) keine Chance. Nur drei Minuten später – als Nagold im gegnerischen Strafraum noch reklamierte – fuhr der VfB einen klassischen Konter über links im ICE-Tempo über drei Stationen zu Torsten Müller, und der traf in bester Torjägermanier zentral zum 2:0 (76.).

Gleich gab es wieder Hoffnung bei den Nagolder, als Perparim Halimi per Kopf nach einer Biemel-Ecke den Anschluss erzielen konnte (78.). Nagold, in der Schlussphase mit Tobias Essig und Marius Hogg um den Ausgleich bemüht, bekam in der 88. Minute einen Eckball. Bei der Befreiung aus dieser Situation schien Hogg eine abbekommen zu haben, die Nagolder forderten Elfmeter, doch Schiedsrichter Rollnik ließ das Spiel weiterlaufen, und Torsten Müller schloss den Konter eiskalt zum 3:1 Endstand ab.

Dunkle Wolken – auch über dem VfL

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich nicht nur wegen der drohenden dritten Niederlage in Folge schon dunklen Wolken über den VfL Nagold zusammengezogen. In der Nachspielzeit flüchteten die Zuschauer vor den ersten Regentropfen, die innerhalb weniger Minuten in einen Starkregen verwandelten.

Das sagt Armin Rezepagic

Armin Redzepagic (VfL Nagold): „Wir haben es heute einfach nicht geschafft, gefährlich in die Box zu kommen. Vielleicht war die Stresssituation zur groß, wir hätten heute gewinnen müssen. Der Sieg des VfB Bösingen war sicherlich nicht unverdient, aber die Tore hätten so nicht fallen dürfen.“

VfB Bösingen – VfL Nagold 3:1 (0:0)

VfL Nagold: Joel Mogler (Tor) – Frederic Fleischle, Marco Quiskamp (88. Nikita Müller), Tastan Burak (70. Tobias Essig), Perparim Halimi, Johannes Fleische, Laurenziu Biemel, Elias Bürkle (76. Marius Hogg), Christos Thomaidis, Özhan Berk (63. Matthias Rauser),

Tore: 1:0 Flavio Ippolito (73.), 2:0 Torsten Müller (76.), 2:1 Perparim Halimi (78.), 3:1 Torsten Müller (88.).

Schiedsrichter: Tobias Rollnik (Gerlingen) – Jeremias Thürigen,Philipp Bühler.

Zuschauer: 210.