Im Nagolder Reinhold-Fleckenstein-Stadion gibt es bei VfL-Heimspielen wieder mehr freie Plätze. Foto: Wolfgang Frank/Eibner-Pressefoto

Der VfL Nagold ist in den Top-70-Zuschauerzahlen der Hinrunde aller vier württembergischen Landesligen mit keinem Heimspiel vertreten. Woran liegt das?

Die Internet-Plattform „Fupa“ hat die 70 Spiele mit den höchsten Zuschauerzahlen in der Hinrunde der vier württembergischen Fußball-Landesliga ausgewertet. Den VfL Nagold muss man in dieser Liste allerdings lange suchen: Nur zweimal ist er vertreten – jeweils mit Auswärtsspielen. Ein Heimspiel im Reinhold-Fleckenstein-Stadion ist in der Top 70 gar nicht dabei.

 

350 Zuschauer in Empfingen

Platz 35 belegt mit 350 Zuschauern das Nagolder Gastspiel bei der SG Empfingen. Ein zweites Mal ist der VfL auf Platz 49 dabei: 300 Zuschauer waren es bei seiner Auswärtspartie beim FC Rottenburg.

Auf Platz eins steht laut „fupa“ die Partie in der Staffel 4 zwischen dem TSV Heimenkirch und Rot-Weiß Weiler mit 1203 Zuschauern. Dahinter folgen die Begegnungen zwischen dem TSV Crailsheim und der Spvgg Gröningen/Satteldorf (1200 Zuschauer, Staffel 1), dem VfL Sindelfingen und dem GSV Maichingen (1200 Zuschauer, Staffel 2), dem VfB Bösingen und dem SV Seedorf (883 Zuschauer, Staffel 3) und dem SV Hohentengen und dem FC Mengen (748 Zuschauer, Staffel 4).

Ursache ist WFV-Reform

„Grundsätzlich würden wir uns natürlich mehr Zuschauer wünschen“, kommentiert Marco Quiskamp die Statistik. Der sportliche Leiter des VfL Nagold beobachtet rückläufige Zuschauerzahlen im Reinhold-Fleckenstein-Stadion, die er aber auch in der WFV-Reform begründet sieht. Durch sie ist in der Staffel 3, in der der VfL Nagold spielt, der Landkreis Böblingen weggefallen und dafür der frühere Bezirk Zollern hinzugekommen. „Dort von der Alb kommen nur wenige Zuschauer mit nach Nagold. Umgekehrt fahren aber auch von uns weniger Leute als sonst zu diesen weiten Auswärtsspielen mit“, erklärt Quiskamp und verdeutlicht: „Uns sind die ganzen Derbys weggebrochen. Zum einen gegen die SF Gechingen, zum anderen aber halt auch gegen die ganzen Böblinger Vereine. Das spürt man schon.“

Allerdings gibt Quiskamp auch zu bedenken: „Mit diesen Statistiken muss man ein bisschen vorsichtig sein. In Empfingen kam mir das gegen uns zum Beispiel gar nicht wie 350 Zuschauer vor.“