Nach vier Minuten sind die Nagolder Nerven erst einmal beruhigt: Nico Gaiser trifft in dieser Szene zum 2:0 gegen Tuttlingens Keeper Luca Moser. Foto: Albert M. Kraushaar

Der VfL Nagold trifft früh doppelt gegen den SC Tuttlingen. Dann drehen die Gäste aber auf. Am Ende schlägt ein Team eiskalt zu.

Nach dem 2:2 beim FC Rottenburg durfte man gespannt sein, welches der beiden, schon vor dem Ende der Hinrunde sehr in Mitleidenschaft gezogenen Tornetze auf dem Nagolder Kunstrasen gegen den FC 04 Tuttlingen mehr zu leiden hätte. Am Ende waren es beide, dazu bekamen auch Pfosten und Querlatte ihren Teil ab.

 

Marcel Schuon wechselt durch

Dem auf vier Positionen veränderte VfL – Nick Schweizer, Elias Bürkle, Matthias Rauser und Jürgen Schechinger waren in die Startelf gerückt – gelang ein Blitzstart. Rauser setzte sich im Laufduell über die linke SC-Seite durch, sein überlegtes Rückspiel fast von der Grundlinie verwertete Jürgen Schechinger (2.) zur Führung.

Nur 120 Sekunden später erkämpften Elias Bürkle und Burak Tastan das Leder, den Pass in die Tiefe erlief Robin Braun, und der legte quer zum eingelaufenen Nico Gaiser – 2:0. Ein absoluter Traumstar.

Die Gäste reagieren auf das 0:2

Danach stellte SC-Trainer Andreas Probst um. David Sommer ging auf rechts, Marius Andris versuchte, Matthias Rauser in den Griff zu bekommen. Das gelang mit Abstrichen, auch weil der VfL etwas Schwung rausnahm und die Tuttlinger sich mit viel Willen ins Spiel kämpften.

VfL-Trainer wird nervös

„Wir brauchen den Anschlusstreffer“, feuerte Probst seine Elf an, die von Minute zu Minute mehr Ballbesitz bekam. In Sachen Chancen tat sich jedoch bis auf drei, vier Standards gegen die VfL-Vierkette mit Jeremie Arlt, Nick Schweizer, Marc Rück und Perperim Halimi wenig.

Der Pfosten ist im Weg

Dennoch zeigte sich VfL-Coach Marcel Schuon zunehmend besorgt. „Wir betteln um ein Gegentor“, lautete seine Analyse nach einer halben Stunde. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe Elias Bürkle die Chance bekam, auf 3:0 zu stellen. Die verstrich jedoch, und in der 48. Minute stand einem Bürkle Schuss der Pfosten im Weg.

Eine wilde Partie

Das Spiel wurde wilder. Robin Braun verzog nach Vorarbeit von Bürkle und Rauser (50.), auf der Gegenseite scheiterte Buba Camara mit einem Freistoß (51.). Die nächste Möglichkeit setzte Nico Romano an die Querlatte (55.).

Marcel Schoun reagierte mit der Hereinnahme von Johannes Fleischle und Stefan Wurm (58.), in der 71. Minute setzte sein Gegenüber Andreas Probst mit einem Dreierwechsel alles auf eine Karte. Die stach jedoch nicht, dafür der eingewechselte Fleischle mit dem 3:0 (76.) auf Pass von Tobias Essig, den Bürkle in der Mitte clever durchgelassen hatte. Bürkle war in die Spitze gegangen, der junge Joshua Bock kam für Jürgen Schechinger und ging vor die Abwehr.

Stefan Wurm im Pech

Dem gleichfalls eingewechselten Jonny Rothfuß gelang in der 80. Minute auf Vorlage von Bürkle die endgültige Entscheidung. Als letzter Act sprang die Chance zum 5:0 von Stefan Wurm via Pfosten dem SC-Torhüter Luca Moser in die Arme.

Das sagen Marcel Schuon und Andreas Probst

Marcel Schuon (VfL Nagold): „Der Blitzstart war gut, aber er hat uns keine Sicherheit gebracht, im Gegenteil: Wir haben etwas zurückgeschaltet. Ich hatte schon Angst, dass wir um ein Gegentor betteln, das 2:2 in Rottenburg war sicherlich mit im Hinterkopf.“

Andreas Probst (SC 04 Tuttlingen): „Ich hatte trotz des schnellen Rückstands immer das Gefühl, dass wir hier etwas holten könnten, aber uns hat einfach der Anschlusstreffer gefehlt. Der Nagolder Sieg ist sicherlich etwas zu hoch ausgefallen, auch weil wir hinten raus alles riskiert haben und hoch gestanden sind.“

VfL Nagold – SC 04 Tuttlingen 4:0 (2:0)

VfL Nagold: Laurent Bajraktari (Tor) – Jeremie Arlt, Nick Schweizer, Marc Rück, Nico Gaiser (58. Stefan Wurm), Robin Braun (58. Johannes Fleischle), Burak Tastan (70. Jonny Rothfuß, Perparim Halimi, Matthias Rauser (70.) Tobias Essig, Jürgen Schechinger (79. Joshua Bock).

Tore: 1:0 Jürgen Schechinger (2.), 2:0 Nico Gaiser (4.), 3:0 Johannes Fleischle (76.), 4:0 Jonny Rothfuß (80.).

Schiedsrichter: Max Christian Augustin (Oedheim) – Johannes Renner, Philipp Engler.

Zuschauer: 150.