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VfB vs. Bayern Fritz Walter weiß, wie es geht: "Niederkämpfen!"

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Fritz Walter jubelt: Seine zwei Tore bescherten dem VfB Stuttgart 1989 den letzten Sieg in einem Pokalspiel gegen den FC Bayern München. Auch wenn es für VfB-Fans meist keine schönen Erinnerungen sind, blicken wir trotzdem zurück auf die Pokalduelle mit den Bayern. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Foto: baumann

Stuttgart - Das Zucken im Bein hat längst aufgehört. Als Fritz Walter 1994 seine Karriere beim VfB Stuttgart beendet hatte, da konnte er ein Jahr lang nicht mehr ins Stadion – die Nerven! Als er sich dann aus Wolfschlugen, wo er immer noch wohnt, wieder hintraute, hat oben auf der Tribüne bei jedem Torschuss der Roten sein Bein ausgeholt, ­bereit zum Einschießen wie bei Walters 102 Toren in 21. Bundesligaspielen, und der ­Ex-Stürmer hatte Mühe, es zu bändigen.

Das ist, wie gesagt, vorbei. Aber eines ist geblieben: Fritz Walter (51) ist ein Roter durch und durch. Er verfolgt jedes Heimspiel im Stadion und die Auswärtsspiele vorm Fernseher, er kickt in der VfB-Traditionsmannschaft und ist Repräsentant eines Autohauses in Schwäbisch Gmünd – ansonsten lebt und fiebert er mit dem VfB. Erst recht an diesem Mittwochabend, wenn der FC Bayern zum Pokalspiel anrückt. Dann werden Erinnerungen wach an den Abend des 9. November 1989, der aus drei Gründen ein besonderer, denkwürdiger und einzigartiger war.

Es war der Abend, an dem Fritz Walter im Achtelfinale zwei Tore erzielte, an dem der VfB mit 3:0 den bis heute einzigen Pokalsieg gegen die Bayern schaffte – und an dem in Berlin die Mauer fiel. Wie Fritz Walter diesen großen Abend erlebt hat? „Ha weesch“, fängt er in breitem Mannheimerisch an, „ich habe gar nicht viel mitbekommen. Ich habe mich aufs Spiel konzentriert.“ Das ist schade, weil die historischen Bilder von der Maueröffnung sogar über die Videowand flimmerten. Dafür hat ihm sein Tunnelblick in die Annalen verholfen: Der VfB hat nur einen wahren Bayern-Pokalbezwinger – Fritz Walter.

„Das Spiel geht in die Verlängerung“

Also, wie geht das – die Bayern schlagen?

Fritz Walter legt die Stirn in Falten und denkt an die gute, alte Zeit: „So wie immer: aggressiv im Zweikampf, niederkämpfen, nach vorn spielen, treffen.“ Also so, wie sie es immer versuchen. Und wie es doch so selten gelingt. „Die Mannschaft ist intakt, das Spiel in Leverkusen war ein Anfang, im Mittelfeld lief es besser. Ich bin optimistisch“, sagt Walter. Und vorn hilft Julian Schieber. Von ihm schwärmt Walter. „Wenn er fitter ist und mehr Spielpraxis hat, kommt er in Schwung. Das ist ein Bulle, der hat Durchsetzungsvermögen.“ Und da ist Cacau, der „jetzt stärker wird, weil er mehr von hinten kommt“, hinter dem neuen Stürmer Vedad Ibisevic. Und da sind die 60.000 Fans. „Der Funke muss vom Platz überspringen. So wie bei uns damals.“

1989. Im Sommer war der VfB in den Uefa-Cup-Endspielen gegen den SSC Neapel mit Diego Maradona gestanden, im Halbfinale des DFB-Pokals und auf Platz fünf in der Liga. Im November kamen dann die Bayern. Arie Haan, der Trainer, musste nicht viel sagen: „Wir haben uns selbst gepuscht. Wir waren eine super Truppe“, sagt Walter. Nun ja. Auf das 3:0 gegen die Bayern folgte ein 0:3 in Bremen und das Aus im Viertelfinale, in der Liga ging es bergab, Haan musste im März 1990 gehen. Alles ist eben vergänglich. Nur eines bleibt: die VfB-Sternstunde gegen die Bayern. Fritz Walter hätte nichts dagegen, wenn an diesem Mittwoch eine zweite folgt: „Das Spiel geht in die Verlängerung“, sagt er, „dann gewinnt der VfB.“ Klar. Wer sonst?

Wir erinnern an die Duelle des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern im DFB-Pokal.  Auch wenn es für VfB-Fans meist keine schönen Erinnerungen sind. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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