Alexander Wehrle hat noch viel vor mit dem VfB. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der Vorstandschef der VfB AG äußert sich ambitioniert und selbstbewusst. Wie viele Profis noch kommen sollen – und welche Spieler laut Wehrle in der anstehenden Saison auf jeden Fall für die Stuttgarter auflaufen.

Es gab fraglos schon schlechtere Zeitpunkte, um als Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart auf der Mitgliederversammlung ans Rednerpult zu treten. Vizemeister, Euphorie, Vorfreude auf die Champions League. Mit entsprechend breiter Brust adressierte Alexander Wehrle am Sonntag die rund 2500 Personen in der Porsche-Arena. Und er hatte auch einige Ansagen in puncto Personalpolitik mitgebracht – schließlich ist das Transferfenster noch rund fünf Wochen geöffnet.

 

Es würden noch „zwei bis drei Transfers“ folgen, versprach Wehrle, „darauf könnt ihr euch wirklich freuen.“ Dass der VfB nach dem Abgang von Waldemar Anton noch einen Innenverteidiger sucht, ist kein Geheimnis. Auch Stürmer Deniz Undav möchte man gerne von Brighton & Hove Albion verpflichten, was umgehend auch per Zuruf aus dem Publikum gefordert wurde. „Ich schreib dem Deniz gleich eine WhatsApp, versprochen“, so Wehrle.

„Es gibt keinen Ausverkauf und auch keinen ultimativen Umbruch“

Neben möglichen Zugängen sind aber natürlich auch die Abgänge ein Thema – es gab schon einige. Hiroki Ito zog es zum FC Bayern, Anton und Serhou Guirassy zu Borussia Dortmund. „Wir haben Leistungsträger abgeben müssen, hierfür aber auch hohe Ablösen erzielt“, sagte Wehrle, der die Vertragsverlängerungen mit Ausstiegsklauseln verteidigte: Man habe es sich zum jeweiligen Zeitpunkt nicht leisten können, Gefahr zu laufen, die Spieler ablösefrei ziehen zu lassen. Zur Regel soll das aber nicht werden: „Wir werden in der Zukunft – wann immer es möglich ist – auf solche Vertragsmodelle und Ausstiegsklauseln verzichten.“

Mit Blick auf die laufende Transferperiode gab es vom Vorstandsvorsitzenden eine klare Ansage: „Chris Führich, Maximilian Mittelstädt und Angelo Stiller wechseln nicht nach Barcelona, Leipzig oder sonst wo hin. Sie werden nächste Saison für den VfB in der Champions League den roten Brustring vertreten“, so Wehrle unter dem lauten Applaus der Mitglieder. „Es gibt hier keinen Ausverkauf und auch keinen ultimativen Umbruch Wir sind handlungs- und gestaltungsfähig.“

Kader soll künftig auch ohne „Zusatzeinnahmen“ funktionieren

Das liege auch an den Mehreinnahmen, die auf mehreren Quellen fußen: den besseren Vermarktungsmöglichkeiten durch den Stadionumbau, der höheren Position im TV-Ranking, mehr Eigenkapital infolge des Einstiegs von Porsche als Investor, den Transfer-Erlösen sowie Zusatzeinnahmen durch die Champions League.

„All diese Einnahmen ermöglichen uns wettbewerbsfähige Rekord-Investitionen in den Kader“, sagte Wehrle, der zugleich ein Stück weit auf die verbale Bremse trat: „Wir investieren mit Augenmaß und schwäbischer Vernunft, sodass wir uns auch künftig einen Kader ohne internationale Zusatzeinnahmen leisten können.“