Lutz Meschke ist Aufsichtsratsmitglied bei der VfB AG. Foto: imago/Arnulf Hettrich

Der Porsche-Finanzvorstand ist seit Kurzem zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratschefs der VfB AG. Weshalb es dazu kam, welche Rechte und Aufgaben damit einher gehen – und wer derzeit den Präsidialausschuss bildet.

Zuletzt wurden im Aufsichtsrat der VfB Stuttgart AG personelle Weichen gestellt. Die wichtigste, klar, war die Wahl von Vereinspräsident Dietmar Allgaier zum neuen Chef des Kontrollgremiums. Zugleich aber kam es bei jener Sitzung im September zu einer weiteren Änderung des Organigramms: Der Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke (58) rückte zum zweiten Stellvertreter Allgaiers auf, während Peter Schymon (54) von Mercedes-Benz weiterhin erster Stellvertreter ist.

 

Wie es dazu kam, erläuterte nun Allgaier im VfB-Veranstaltungsformat „Dunkelroter Tisch“ am Dienstagabend in der MHP-Arena vor rund 250 Mitgliedern. Hintergrund sei gewesen, dass Porsche durch den Einstieg als Investor mit gut zehn Prozent ebenso viele Anteile an der VfB AG wie Mercedes-Benz halten werde – und diese Augenhöhe gerne im Aufsichtsrat abgebildet haben wollte. „Deshalb haben wir uns entschlossen, dem Wunsch stattzugeben“, sagte Allgaier auf Nachfrage von Mitgliedern der aktiven Fanszene, die den Einfluss des Autobauers in Teilen kritisch sieht.

Dietmar Allgaier ist Präsident und Aufsichtsratschef beim VfB. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Was das nun für die Praxis bedeutet? Meschke würde die Sitzungsleitung übernehmen, sofern sowohl Allgaier als auch Schymon ausfallen sollten. Etwa krankheitsbedingt. Er glaube aber nicht, so Allgaier, dass dieser Fall oft eintreten werde – und weitere Vorrechte würden mit dem Posten auch nicht einhergehen. „Ich würde der Bedeutung des zweiten Stellvertreters kein ganz besonders Maß zusprechen“, so der VfB-Präsident.

Die Besetzung des Präsidialausschusses ist unverändert

Ebenfalls unangetastet blieb im Aufsichtsrat die Zusammensetzung des Präsidialausschusses – eine schnelle Eingreiftruppe des Kontrollgremiums, die bei kurzfristigen Entwicklungen wie Trainerentlassungen oder bei Transfers mit großem Volumen zum Einsatz kommt. Dort sitzen derzeit mit Allgaier und Andreas Grupp die beiden amtierenden Präsidiumsmitglieder, komplettiert wird das Trio durch Schymon.

Das war die Besetzung sowohl vor als auch nach besagter Sitzung des Aufsichtsrats im September. Und auch künftig soll der Mutterverein dort mehrheitlich vertreten sein. „Es ist klar, dass der e.V. im Präsidialausschuss immer die Mehrheit haben wird“, sagte Allgaier, „ohne Wenn und Aber.“