Nun endlich ist der Knopf dran am Deal des VfB Stuttgart mit der Porsche AG. Der Bundesligist kann in den nächsten Monaten mit über 40 Millionen Euro planen. Wofür gibt er das Geld aus?
An diesem Samstag (15.30 Uhr/Liveticker) kommt das Team von RB Leipzig zum VfB Stuttgart. In der MHP-Arena steigt das Duell mit dem VfB Stuttgart – und zum vorerst letzten Mal ist es ein Aufeinandertreffen von zwei von Porsche gesponserten Bundesligamannschaften. Denn: Während der Autobauer beim VfB groß einsteigt, steigt er am Saisonende bei den Sachsen aus.
Die Stuttgarter können ab sofort also, was die Leipziger nicht mehr können: Porsche-Geld verplanen. In zwei Tranchen fließen in den kommenden Wochen und Monaten insgesamt 41,5 Millionen Euro aus Zuffenhausen nach Bad Cannstatt. Die Porsche AG sichert sich durch ihr Engagement am Ende der Transaktionen 10,41 Prozent der Anteile an der VfB AG, dessen Vorstand ist beauftragt, das viele Geld sinnvoll einzusetzen. Aber wie?
Klar ist: Wer ob der nun fließenden Millionen Euro schon die Marktwerte der Fußballstars checkt und überlegt, wer für hohe Summen zu haben wäre, ist auf dem Holzweg. Der Club wird das Geld erst einmal nicht dafür verwenden, hohe Ablösesummen oder horrende Gehälter zu bezahlen. „Wir gehen damit vernünftig um“, sagte der Vorstandschef Alexander Wehrle schon vor Wochen und betont: „Wir werden nicht alles eins zu eins in einem Jahr in die Mannschaft investieren.“ Aber: Sportlich auswirken soll sich der Deal schon.
Investitionen sollen langfristig zur Mehreinnahmen führen
Denn durch den neuen finanziellen Spielraum soll es gelingen, umworbene Spieler künftig länger beim VfB zu halten. Und andererseits erzielte Ablösesummen nicht zum Stopfen finanzieller Löcher nutzen zu müssen. In den vergangenen Jahren war ein Überschuss am Ende jeder Sommer-Transferphase stets ein Muss. Das soll sich – auch mithilfe der Porsche-Millionen – bis spätestens zur Saison 2025/2026 ändern, sodass die aktuell erfolgreiche Mannschaft mitsamt ihren Stützen weiter wachsen und entwickelt werden kann. Mit Waldemar Anton (bis 2027) und Enzo Millot (2028) ist bereits kürzlich Einigkeit über Vertragsverlängerungen erzielt worden.
Neben der sportlichen Personalplanung will der VfB auch andere Bereiche durch die neuen finanziellen Möglichkeiten anschieben. Digitalisierung, Internationalisierung, E-Sports – drei Themen, die der VfB als Wachstumsfelder ansieht. „Das alles in Summe wird in der mittelfristigen Perspektive ein siebenstelliger Ertragsbereich sein“, blickte Wehrle voraus. Aber: „Dafür muss man auch investieren, das kommt nicht von heute auf morgen.“
Auch beim Stadion hat der VfB massiv investiert und muss über Jahre Kosten stemmen. Auch hier verspricht sich der Club durch neue Vermarktungsflächen – Porsche sicherte sich die Namensrechte am exklusiven „Tunnel-Club“ – künftig Mehreinnahmen. In den Bereich Infrastruktur fällt auch der Bau der Athletikhalle, der im vergangenen Jahr abgeschlossen worden ist.
Der über Jahre klamme VfB – Corona und zwei Abstiege haben die Kassen leergespült – kann das frische Geld also in vielerlei Hinsicht gut gebrauchen. „Der Einstieg von Porsche und MHP ist ein historischer Schritt, der uns nachhaltig Handlungsspielräume und Stabilität sichert“, sagte am Freitag Alexander Wehrle und versprach: „Dies werden wir nutzen, um den VfB zukunftssicher aufzustellen.“ Und um ganz am Ende mit allen Aktivitäten doch wieder den Kernbereich zu stärken: Den Nachwuchs und das Bundesligateam.
Damit der VfB nicht nur in diesem Jahr beim Duell Dritter gegen Vierter mit RB Leipzig ein Duell auf Augenhöhe bestreiten kann.