Nach dem 1:1 gegen Union richtet sich der VfB-Blick gen Rom. Foto: Marijan Murat/dpa

Der VfB schließt eine englische Woche ungeschlagen ab. Das Spiel hat auch aufgezeigt, warum die Schwaben wachsam bleiben müssen, meint unser Redakteur Philipp Maisel.

„Wir gehen mit sieben Punkten aus einer intensiven Woche mit sehr guten Mannschaften. Da kann man so ein Spiel und das Ergebnis dann auch einmal akzeptieren“, bilanzierte der Stuttgarter Trainer nach den Siegen in Leverkusen und gegen Frankfurt das 1:1 gegen den 1. FC Union Berlin. Das kann man so sehen. Schließlich ist der Stuttgarter Tanz auf den drei Hochzeiten Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League kein einfacher.

 

Und man darf der Mannschaft auch attestieren, dass sie gegen die Eisernen das gebracht hat, was gefragt war. „Es war kein Spiel für Fußball-Poeten. Heute war Arbeit Trumpf“, sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und das umschreibt sehr gut, was die 59.500 Zuschauer in Stuttgart an diesem kalten Januarsonntag zu sehen bekamen. Überschaubare Kost.

Was uns zu den Wermutstropfen der Partie bringt. Denn der VfB Stuttgart verpasste es nicht nur, den Sack gegen die biederen Unioner in Person von Angelo Stiller zuzumachen und diese Aufgabe gegen den Tabellenneunten so im Stile einer Spitzenmannschaft zu beenden. Mit einem humorlosen, nüchternen Sieg.

Zeigte sich zufrieden mit dem Punkt: Sebastian Hoeneß Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH

Vor allem aber bleibt hängen, dass den Stuttgartern und ihren internationalen Ambitionen in Richtung Champions-League-Qualifikation mit einem Dreier ein immens wichtiger Schritt gelungen wäre – mit Blick nach unten in der Tabelle. Satte sechs Punkte Abstand auf Leverkusen, sogar acht auf Frankfurt hätte ein Sieg gebracht. Ein mehr als komfortabler Puffer auf die Verfolger und Mitbewerber um die vier, vielleicht am Saisonende sogar fünf Champions-League-Plätze. Auch wenn es noch früh in der Rückrunde ist, vielleicht zu früh für derlei Rechnungen. Nichtsdestotrotz eine verpasste Chance für den VfB – der wachsam bleiben muss, sich nicht ausruhen darf.

Aber vielleicht es am Ende doch besser, es wie Hoeneß zu nehmen – und sowohl Spiel als auch Ergebnis einfach mal zu akzeptieren.