Dem VfB Stuttgart droht der erste Bundesliga-Abstieg seit 41 Jahren. Foto: dpa

Fußball: Beim 2:6-Debakel geht für die Stuttgarter alles schief. Daniel Didavi: "Das ist eine Schande".

Werder Bremen hat mit einem furiosen Sieg im Krisen-Gipfel die Abstiegsplätze verlassen, dem VfB Stuttgart droht der erste Bundesliga-Abstieg seit 41 Jahren.

Die Hanseaten kamen im ersten regulären Montagsspiel der Liga-Geschichte zu einem beeindruckenden 6:2 (3:1) und brachten den VfB damit ganz schwer in die Bredouille. Während Bremen mit nun 34 Punkten auf den 15. Tabellenplatz kletterte, rutschten die um einen Zähler schlechteren Schwaben durch die 17. Saisonpleite auf den vorletzten Platz ab. Und der Trend spricht gegen den VfB: Trotz des Kurz-Trainingslagers auf Mallorca unter der Woche blieb das Team von Trainer Jürgen Kramny auch im siebten Spiel in Serie ohne Sieg.

Zweimal Fin Bartels (10. und 80.), ein Eigentor von Federico Barba (33.), der eingewechselte Levin Öztunali (42.), Claudio Pizarro (64.) und Anthony Ujah (87.) schossen in einem packenden Aufeinandertreffen vor 41.000 Zuschauern den Bremer Sieg heraus. Für den VfB waren der zwischenzeitliche Ausgleich durch Daniel Didavi (26.) und das Tor von Barba (53.) zu wenig.

Und es kam noch schlimmer für die Gäste: Didavi und Barba mussten verletzt raus, Emiliano Insua sah die fünfte Gelbe Karte und ist im nächsten Spiel gegen den FSV Mainz 05 gesperrt. "Das ist eine Schande. Wenn man 2:6 in Bremen verliert, hat man keine Argumente", war Didavi nach dem Spiel geschockt, "unser Zweikampfverhalten ist ein Witz." Dagegen hatte Werder-Trainer Viktor Skripnik "Gänsehaut. Es ist ein Riesenabend für uns, aber das ist noch micht alles. Wir müssen weiter liefern und gewinnen."

Mit hohem Tempo und großer Einsatzbereitschaft gingen die Bremer ins Spiel. Schon nach 57 Sekunden hatte Jannik Vestergaard eine gute Kopfballchance. Der Druck sollte sich auszahlen. Nach einem feinen Pass von Claudio Pizarro setzte sich Fin Bartels gegen Georg Niedermeier durch und ließ auch VfB-Keeper Przemyslaw Tyton keine Chance (10.). Ein perfekter Start, doch der VfB ließ sich nicht entmutigen und lieferte den Gastgebern einen packenden Kampf. So musste Papy Djilobodji einmal gegen Martin Harnik in höchster Not klären (6.), eine verunglückte Flanke von Filip Kostic landete auf der Latte (17.). Der Ausgleich kam nicht überraschend: Ein Pass von Alexandru Maxim fand Didavi als Abnehmer, dessen Schuss unhaltbar für Felix Wiedwald abgefälscht wurde (26.).

Dass beide Klubs die schlechtesten Abwehrreihen der Liga haben, wurde immer deutlicher. So unterlief Barba ein dummes Eigentor, als er den Ball bei einer verunglückten Aktion über Tyton hinweg ins eigene Tor köpfte (33.). Und Barba machte auch beim dritten Gegentor eine schlechte Figur, als er Zlatko Junuzovic nicht zu stoppen wusste. Dessen Pass nutzte der eingewechselte Öztunali zum Tor (42.). Auf der Gegenseite hatten die Gäste bei drei guten Chancen von Harnik kein Fortune (32., 37., 45.).

Mit Tempo und packenden Torraumszenen ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter. Erst brachte Barba mit einem Hackentor den VfB wieder heran (53.). Dann schlug auf der Gegenseite wieder Oldie Pizarro zu (64.), der sein 14. Saisontor erzielte und nur vier Minuten später alles klarmachen konnte. Diesen Part übernahm schließlich Bartels mit dem fünften Bremer Tor (80.), anschließend machte Anthony Ujah das VfB-Debakel perfekt (87.).