Schlüsselspieler: Deniz Undav kam gegen Jahresende immer besser in Fahrt. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der Stürmer kann mit einer Top-Quote punkten. Welche Stuttgarter sonst noch ligaweite Bestwerte aufweisen und welche Daten sich im Vergleich zur Vorsaison geändert haben.

Noch ist die Hinrunde in der Bundesliga nicht ganz beendet, das Fußballjahr dagegen schon. Eine gute Gelegenheit für ein Zwischenfazit, bei dem der Blick in die Datenbanken einige Auffälligkeiten und Entwicklungen aus Sicht des VfB Stuttgart verdeutlicht. Was hat sich im Vergleich zur Vorsaison verändert? Welche Spieler weisen ligaweite Bestwerte auf? Ein Überblick.

 

Spielkontrolle Der VfB hat unter Trainer Sebastian Hoeneß gerne und oft den Ball – das ist auch in dieser Saison nicht anders. Sowohl in puncto Ballbesitz (56 Prozent) als auch bei der Passquote (86 Prozent) rangieren die Stuttgarter im Bundesliga-Vergleich weit vorne auf Platz drei hinter dem FC Bayern und Bayer Leverkusen – und zudem in genau denselben Bereichen wie in der Vorsaison. Oberhalb des teaminternen Schnitts liegen beim Blick auf die angekommenen Pässe nur zwei VfB-Profis: Innenverteidiger Jeff Chabot und Mittelfeld-Regisseur Angelo Stiller mit 92 respektive 89 Prozent.

Laufleistung Zwar haben Mannschaften mit vielen Spielanteilen oft nicht die höchsten Laufwerte – die 115 Kilometer pro Partie in der Vorsaison waren dann aber doch kein zufriedenstellender VfB-Wert, der Platz 16 im Ligavergleich bedeutete. Inzwischen lässt sich festhalten: An der Baustelle wurde gearbeitet. Mit 118,7 Kilometern sind die Stuttgarter auf Platz elf geklettert. Ein Schlüsselspiel mit Wachrüttel-Effekt bildete dabei das Spiel beim SC Freiburg (1:3) am dritten Spieltag, nach dem Hoeneß die Laufleistung seiner Mannschaft (112,5 Kilometer) öffentlich kritisiert hatte.

Flanken Kaum eine Mannschaft der Bundesliga flankt so viel wie der VfB. 178 Hereingaben aus dem Spiel heraus und damit knapp zwölf pro Partie bedeuten Rang zwei knapp hinter dem FSV Mainz 05 (179). Zum Vergleich: Am anderen Ende der Skala weist RB Leipzig einen markant niedrigeren Wert auf (95). Bei den Stuttgartern geht fast die Hälfte aller Flanken auf das Konto von nur zwei Spielern: Jamie Leweling (52) und Maximilian Mittelstädt (35), wobei Leweling damit den Höchstwert unter allen Bundesliga-Profis hält. Auch in puncto Produktivität muss sich der Flügelstürmer nicht verstecken: Vier Leweling-Flanken führten zu direkt Toren, mit insgesamt fünf Assists ist er der beste Stuttgarter Vorlagengeber und auch ligaweit in den Top Ten.

Kein Bundesliga-Spieler flankt häufiger als Jamie Leweling. Foto: Baumann/Volker Mueller

Tore Der Blick aufs Torverhältnis (25:22) zeigt: Der VfB ist mit einem Tick weniger Spektakel unterwegs als noch in der Vorsaison. Sowohl die erzielten Treffer pro Spiel (1,7) als auch die kassierten (1,5) liegen unter den Werten der vergangenen Spielzeit (1,9 und 1,6). Zum Schlüsselspieler vor dem Tor avancierte dabei gegen Ende des Jahres ohne Wenn und Aber Deniz Undav, der trotz seiner Vier-Spiele-Pause (Innenbandanriss) bereits acht Tore erzielte – nur Bayerns Stürmerstar Harry Kane (19) hat in der Bundesliga mehr auf dem Konto. Auffällig: Undav macht aus wenig viel. Mit Blick auf die Qualität seiner Chancen wären laut Expected Goals lediglich 4,8 Tore zu erwarten gewesen.

Fouls und Karten Hier ist alles in den gewohnten Bereichen geblieben. Der VfB erhält wie in der Vorsaison im Schnitt zwei Gelbe Karten pro Spiel (insgesamt 30), was Rang sieben im Ligavergleich bedeutet. Auch die Zahl der Fouls hat sich nicht geändert, rund zehnmal pro Spiel stoppen die Stuttgarter den Gegner regelwidrig. Zum Vergleich: Die TSG Hoffenheim an der Spitze dieser Rangliste foult durchschnittlich knapp 14-mal pro Spiel.

Tempo Der schnellste Stuttgarter des ersten Halbjahres kommt aus der Abwehrkette: Bei Rechtsverteidiger Josha Vagnoman wurden 35,46 km/h gemessen, was Platz 13 in der Bundesliga bedeutet. Zwei weitere VfB-Profis liegen oberhalb der 35er-Marke: Flügelstürmer Tiago Tomas (35,22 km/h) und Verteidiger Ramon Hendriks (35,04 km/h). Als ligaweit schnellsten Spieler weist die Datenbank Oliver Burke von Union Berlin mit 36,01 km/h aus.

Dauerspieler Torhüter Alexander Nübel ist der einzige Stuttgarter, der in allen 15 Bundesliga-Spielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Feld stand. Unter den Feldspielern kam einzig Angelo Stiller in all diesen Partien zum Einsatz, in denen er zehnmal über die volle Distanz spielte. Es folgen mit 14 Bundesliga-Spielen in der bisherigen Saison Maximilian Mittelstädt, Jamie Leweling, Tiago Tomas und Chris Führich – wobei gerade Letzterer zu Beginn der Saison des Öfteren erst in der Schlussphase eingewechselt wurde. Bezieht man die anderen Wettbewerbe abseits der Bundesliga mit ein, zeigt sich vor allem Stillers Stellenwert deutlich: Er ist der einzige Spieler im Kader, auf den Hoeneß in keinem der 25 Pflichtspiele verzichtete.