Danny Behrens sticht in Bad Cannstatt immer wieder Tattoos mit Motiven zum VfB Stuttgart. Foto: Dirk Preiß

Zahlreiche Anhänger des VfB Stuttgart haben sich zuletzt ein Tattoo stechen lassen. Beliebtes Motiv: der DFB-Pokal. Den ein Stuttgarter Tattoo-Künstler besonders gerne sticht.

Dass besondere Erlebnisse im Fußball für große Emotionen sorgen können, ist längst bekannt. Der Kick sorgt für Gänsehaut - und geht auch unter die Haut. Das ist vor allem in den Sommermonaten zu beobachten, wenn die Fans in T-Shirt und kurzen Hosen ins Stadion pilgern. Dann sind immer wieder Tattoos zu sehen, die die Liebe der Anhänger zu ihrem Verein dokumentieren. Auch der VfB Stuttgart geht unter die Haut. In den vergangenen Monaten mehr denn je. Und ein bestimmtes Motiv hatte Konjunktur.

 

Am kommenden Samstag (20 Uhr) spielt der VfB in Berlin erneut im den Gewinn des DFB-Pokals. Im vergangenen Jahr hat der Club den Pott geholt - was viele Fans dazu animierte, diesen Erfolg für die Ewigkeit als Tattoo festzuhalten. „Nach dem Pokalsieg hat das Ganze so richtig Schwung aufgenommen“, sagt Danny Behrens. Er muss es wissen.

Der 36-Jährige lebt seit rund fünf Jahren in Stuttgart. Mit dem Fußball hatte er in seinem Leben bislang keine ganz enge Verbindung. Mit Tattoos dagegen schon. Im Alter von 17 Jahren hat er bereits sein erstes gestochen. Mittlerweile ist er Profi - und ist in Stuttgart auch eingetaucht in die Faszination des Fußballs.

Vor rund einem Jahr hat er daher ein Motiv entworfen, das den VfB zum Thema macht. Das Wappen, das Stadion, das Gründungsjahr. Ein Kunde ließ es sich stechen, das sprach sich herum, danach ging es „Schritt für Schritt“ weiter. Heute sagt Danny Behrens: „Rund 80 Prozent der Tattoos, die ich steche, haben einen Bezug zum VfB.“ Und ganz oft ist auch der Pokal dabei.

Seit Ende 2025 hat der 36-Jährige sein eigenes Studio - passenderweise in Bad Cannstatt. Und mit passendem Namen: „Cannstich“. Und ein Blick an die Wand, wo die Vorlagen von schon gestochenen Motiven hängen bestätigt den Pokal-Trend. „Der DFB-Pokal ist als Tattoo eine coole Herausforderung“, sagt der Künstler - und schwärmt geradezu vom begehrten Pott. Der sei „kein Pokal wie jeder andere“, sondern beeindrucke durch seine Form, die Edelsteine, die Gravuren. „Es ist“, sagt Danny Behrens, „ein wirklich schöner Pokal.“ Der zu seinem Anspruch passt, richtig gute Tattoos zu stechen.

Vor allem über die Sozialen Medien hat sich herumgesprochen, dass in Bad Cannstatt eine Hochburg für VfB-Tattoos entstanden ist. Und auch eine weite Anreise schockt potenzielle Kunden nicht. Aus Leipzig war kürzlich ein Kunde da, um sich ein Vater-Sohn-Motiv stechen zu lassen. Auch waren schon ein Vater und seine beiden Söhne da - alle haben nun ein VfB-Tattoo.

Jürgen Klinsmann als Tattoo

Ein Profi des VfB war noch nicht im Studio von Danny Behrens. Aber einen früheren Spieler hat er schon als Tattoo verewigt: Jürgen Klinsmann. Was gut passte, schließlich war der frühere Stürmer einst der Lieblingsspieler von Danny Behrens. Der auch, obwohl er nicht aus Stuttgart stammt, auch das VfB-Wappen schon immer faszinierend fand.

Nun verewigt er das Logo immer wieder auf der Haut seiner Kunden. Neben dem Pokal haben es auch „Äffle und Pferdle“ schon öfter zum Tattoo-Motiv geschafft - sicher auch, weil die beiden SWR-Maskottchen beim Pokalfinale 2025 Teil der Choreografie der VfB-Fans im Olympiastadion gewesen sind. Die Motive, erklärt Danny Behrens, würden immer gemeinsam mit den Kunden entstehen. In der Umsetzung kommt es dann aber ganz auf ihn an.

„Das ist eine große Verantwortung“, sagt er, „schließlich bedeutet den Menschen ihr Verein besonders viel. Daher muss meine Arbeit auch immer ‚on point‘ sein.“ Wie sich das alles gefügt hat in Stuttgart, ist für den Norddeutschen immer noch erstaunlich. „Hätte mir vor fünf Jahren jemand gesagt, dass ich einmal so viele Fußball-Tattoos steche, hätte ich ihm den Vogel gezeigt“, sagt Danny Behrens lachend - und betont: „Aber jetzt liebe ich es. Der VfB gehört zu Stuttgart, stiftet Gemeinsamkeit und Identität.“ Und geht unter die Haut.

Und wer weiß?! Vielleicht wird das Pokal-Motiv ab dem kommenden Samstag noch viel attraktiver.