Die Stuttgarter U21 besiegt in der 3. Liga Spitzenreiter Energie Cottbus – weil das Team von Trainer Markus Fiedler in beiden Strafräumen die entscheidenden Momente für sich hat. Einen Wermutstropfen gibt es aber auch.
Dass die U21 des VfB Stuttgart mit den Spitzenteams der dritten Liga mithalten kann, hat sie in den vergangenen Wochen des Öfteren bewiesen. Beim 2:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden zum Beispiel. Oder beim 1:1 auswärts gegen den FC Ingolstadt. Und so kam es auch nicht völlig überraschend, dass das Team von Trainer Markus Fiedler am Sonntag dem Tabellenführer Energie Cottbus ebenfalls eine Menge Gegenwehr leistete – und am Ende beim 2:0-Sieg sogar alle drei Punkte mitnahm.
„Der Schlüssel war eine sehr konzentrierte und engagierte Defensivleistung“, sagte Trainer Markus Fiedler, dessen Team sich von Beginn an nicht versteckte. Vor 2700 Zuschauern in Großaspach – davon etwa die Hälfte lautstarke Cottbuser – kombinierten sich die Stuttgarter mehrfach spielfreudig nach vorne: In der 15. Minute tauchte Thomas Kastanaras frei vor Gästekeeper Elias Bethke auf, der aber zur Ecke klären konnte. Wenig später sorgte Luca Mack aus der zweiten Reihe für Gefahr (18.).
Cottbus findet seinen Meister
Und Energie? Übernahm nach rund einer halben Stunde das Kommando, fand aber in Dennis Seimen seinen Meister. Erst klärte der Stuttgarter Schlussmann einen Schuss von Axel Borgmann aus spitzem Winkel per Fußabwehr, dann entschärfte er eine Doppelchance in der 31. Minute. Vor allem den Nachschuss von Tolcay Cigerci parierte der 19-Jährige stark, als er die Hand blitzartig nach oben riss.
Auch nach der Pause blieb es ein offenes Spiel, Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz meldete sich immer öfter lautstark zu Wort, klatschte und schrie am Seitenrand. Fiedler setzte im zweiten Durchgang Impulse von außen. Zur Halbzeit kam Samuele Di Benedetto absprachegemäß für Justin Diehl, der aus dem Profikader nach unten gerückt war und Spielpraxis sammeln durfte. In der 36. Minute hatte Diehl nach einer Hereingabe von Jarzinho Malanga eine gute Chance. Nach einer Stunde kam schließlich Wahid Faghir ins Spiel – was sich bezahlt machen sollte: Erst umkurvte der Stürmer Energie-Keeper Bethke und brachte den Ball aus spitzem Winkel zum 1:0 im Tor unter (74.), dann schob er in der Nachspielzeit per Direktabnahme zum entscheidenden 2:0 ein. Beide Male hatte Laurin Ulrich die Vorarbeit gegeben. Der Rest war riesiger Jubel in Großaspach.
Nun gegen Bielefeld
„Heute haben Kleinigkeiten entschieden, es gab auch Möglichkeiten auf der Gegenseite“, sagte Fiedler, der „ein ausgeglichenes Spiel zweier spielstarker Mannschaften“ sah. Auf die Tabelle will er im engen Abstiegskampf nicht zu sehr schauen: „In dieser verrückten Liga kann jeder jeden schlagen. Da tun wir gut daran, nicht Woche für Woche auf die Tabelle zu schauen.“ Nach 25 Spieltagen hat die U21 nun 28 Punkte auf dem Konto. Am kommenden Sonntag geht es um 19.30 Uhr auswärts bei Arminia Bielefeld weiter.
Einen Wermutstropfen gab es aus Stuttgarter Sicht allerdings auch: Der zuvor lange Verletzte Nikolas Nartey aus dem Profikader setzte sich wenige Minuten nach seiner Einwechslung (60.) auf den Boden und musste ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose steht noch aus, Trainer Fiedler ging von etwas Muskulärem aus.