Die in 2026 in der Liga noch ungeschlagenen Stuttgarter müssen erneut auswärts ran. Mit Borussia Mönchengladbach treffen sie auf einen angeschlagenen Gegner.
Viel mehr Zeit, als den Liebsten kurz Hallo zu sagen und nach einer Nacht im eigenen Bett die Klamotten zu wechseln, die ist dem Tross des VfB Stuttgart diesmal nicht geblieben. Am Freitagvormittag, wenige Stunden nach der 0:2-Niederlage in der Europa League bei der AS Rom, hat das Team von Trainer Sebastian Hoeneß noch in der italienischen Hauptstadt trainiert.
Dann ging es via Charterflieger zurück nach Stuttgart, wo man gegen 16 Uhr ankam, ehe es am Samstag nach einer Trainingseinheit auf dem Clubgelände am frühen Nachmittag dann schon wieder los ging in Richtung Niederrhein. Dort wird an diesem Sonntag (15.30 Uhr) die Bundesligapartie bei Borussia Mönchengladbach angepfiffen.
Zwar ist die Fohlen-Elf alles andere als ein Nobody im deutschen Liga-Betrieb, sondern eines der dominierenden Teams der Siebziger Jahre, dass in der Ära des heutigen Bayern-Sportvorstands Max Eberl, der von 2008 bis 2022 bei der Borussia wirkte, ebenfalls in der Champions League spielte. Doch in dieser Runde haben die Gladbacher wieder zu kämpfen. Nach acht Spieltagen waren sie Tabellenletzter, haben sich inzwischen auf Rang elf vorgearbeitet. Bereits im September musste Cheftrainer Gerardo Seoane gehen – und wurde durch Eugen Polanski ersetzt.
„Auch mit etwas Abstand bleibt die Überzeugung, dass wir auf der in Rom gezeigten Leistung aufbauen können. Unser kompletter Fokus ist jetzt auf die Partie in Gladbach gerichtet“, sagt derweil VfB-Trainer Sebastian Hoeneß: „Wir gehen mit Überzeugung und Vorfreude in das Spiel und wollen unsere gute Serie in der Liga weiter ausbauen.“ Nach zwei Siegen in Leverkusen sowie gegen Frankfurt und dem jüngsten 1:1 gegen Union Berlin sind die Stuttgarter in der Bundesliga in diesem Jahr noch ungeschlagen. Das Hinspiel gegen die Borussen haben sie durch einen Treffer von Chema mit 1:0 gewonnen.
Auch zuletzt konnten die Gladbacher wenig überzeugen, haben aus den vergangenen fünf Spielen nur vier Punkte geholt – zuletzt gab es ein 0:0 beim Hamburger SV, der allerdings die klar bessere Mannschaft stellte. „Das liegt nicht am Gegner, sondern an uns – defensiv wie offensiv. Vor allem im eigenen Ballbesitz müssen wir das, was wir können, deutlich besser zeigen“, sagt der Chefcoach Eugen Polanski.
Nach Vorstellung des VfB soll es diesmal allerdings ähnlich laufen wie in der Vorsaison. Da gewannen die Stuttgarter im mit 50 000 Fans ausverkauften Borussia-Park mit 3:1. Die Tore schossen Deniz Undav sowie Ermedin Demirovic per Doppelpack bei einem Gegentor durch Alassane Plea.
Gegen ein ähnliches Resultat im 108. Bundesligaduell der beiden Traditionsclubs (45 VfB-Siege stehen 32 Borussen-Erfolge gegenüber) hätte im Stuttgarter Lager sicher niemand etwas einzuwenden. Dabei dürfte es im Vergleich zur Partie bei der Roma personelle Umstellungen geben. So wird eine Rückkehr des lange verletzten Demirovic in die Startelf erwartet, während bei Angelo Stiller (zuletzt Leistenbeschwerden) kurzfristig entschieden wird, ob es von Beginn an geht. Derweil ist Bilal El Khannouss wohl zunächst eher ein Kandidat für die Bank.