Nur noch wenige Tage bis das Winter-Transferfenster öffnet – das auch den VfB Stuttgart beschäftigen wird. Möglicherweise aber anders, als so mancher bisher annimmt.
Nur noch 13 Tage. Dann öffnet der Winter-Transfermarkt. Traditionell eine hektische Zeit in der Branche. Vereine schauen sich verstärkt nach potenziellen Verstärkungen um, unzufriedene Spieler suchen nach neuen Arbeitgebern, entsprechend betriebsam geht es in der Beraterszene zu. Telefone stehen nicht mehr still. Heutzutage wird auch gern zum Hörer gegriffen, um die sogenannten Transferjournalisten mit Hinweisen zu füttern. Schließlich lässt sich so ganz einfach ein Markt für den eigenen Spieler generieren oder dessen Marktwert steigern.
Diese Entwicklungen machen auch vor dem VfB Stuttgart nicht halt. Bei Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und Sportdirektor Christian Gentner geht ein guter Teil des Arbeitstages fürs Telefonieren drauf. Weniger Zeit wenden sie allerdings auf, um sich den Umbauarbeiten am Kader, potenziellen Zugängen und möglichen Abgängen zu widmen. Das hat auch einen Grund: Diese Arbeiten sind längst getan. Gemeinsam mit der Scouting-Abteilung ist man ohnehin das ganze Jahr über permanent an den Themen dran, die sich mit dem Kader und seiner Planung beschäftigen.
Stuttgarter Sorgen nach Demirovic-Verletzung
Vor einigen Wochen ging es bei den Stuttgartern diesbezüglich noch etwas intensiver zu. Ermedin Demirovic hatte sich verletzt, Deniz Undav war noch nicht wieder bei 100 Prozent, in Liga, Pokal und Europa League stand ein extrem fordernder Block mit vielen Spielen an. Da wurden die Fühler nach potenziellen Verstärkungen entsprechend ausgestreckt. Doch sowohl die Ergebnisse als auch die Art und Weise, wie die Mannschaft diese intensiven Wochen absolvierte, hat die Lage wieder entspannt.
Kein Wunder, der VfB überwintert im DFB-Pokal, hat die Play-offs in der Europa League wohl sicher und steht in der Liga in Schlagdistanz zum Tabellenzweiten RB Leipzig gut da. Zudem haben die Stuttgarter einen Stürmer in ihren Reihen, der im November der statistisch erfolgreichste aller Angreifer in den Top-5-Ligen Europas war und der wohl aktuell der beste deutsche Angreifer ist: Deniz Undav. In Summe kann man also jetzt schon von einer gelungenen Vorrunde sprechen, obwohl die erst mit den Spielen Mitte Januar wirklich endet und das Verfolgerduell mit der TSG Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) noch aussteht.
Der Ausgang dieses Spiels wird nichts mehr an der grundsätzlichen Ausrichtung ändern, mit der der Club die Wintertransferphase angehen wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass der VfB einen Neuzugang ins Visier nehmen wird, den man zu der Kategorie „sofortige Verstärkung“ zählen darf. Zumal solche Spieler, wie beispielsweise der Franzose Arnaud Kalimuendo, der immer wieder mit dem VfB in Verbindung gebracht wird, im Winter nur zu Summen zu bekommen sind, die der Club nicht zahlen kann oder zahlen will. Man setzt daher auf Demirovic, der zum Trainingsauftakt am 3. Januar wieder voll belastbar und einsatzfähig in den Kader zurückkehren soll – auch wenn man sich nach Informationen unserer Redaktion das Hintertürchen offen hält, im Januar doch noch mit einem Transfer in überschaubarer Größe tätig zu werden.
Vielmehr wird man sich im Winter jedoch primär kleineren Korrekturen am Kader widmen. Das beinhaltet vornehmlich die Personalien Jovan Milosevic, Leonidas Stergiou und Silas. Während es für Stergiou und Milosevic Interessenten gibt – im Falle des Schweizers ist man bereits sehr weit in den Gesprächen mit einem Club, bei dem es sich um den 1. FC Heidenheim handeln soll. Partizan will Milosevic fix verpflichten oder nochmals ausleihen (Leihvertrag in Belgrad läuft zum 31. Dezember aus) –, gestaltet sich die Situation bei Silas schwieriger.
Es gibt bisher nur loses Interesse am schnellen Kongolesen, der bei Sebastian Hoeneß keinerlei Rolle mehr spielt und mit dem der VfB nur noch in diesem Winter Geld verdienen kann. Denn sein Vertrag läuft im Juni 2026 aus. Für den in wenigen Tagen startenden Afrika-Cup wurde Silas vom kongolesischen Verband nicht nominiert, kann sich dort also nicht zeigen. Keine gute Ausgangslage – weder für den Club noch den Spieler – obwohl es eigentlich nur noch darum geht, eine Trennung zu realisieren, mit der alle Seiten leben können.