Fabio Vieira war bei der Club-WM in den USA für den FC Porto am Ball, zu dem ihn der FC Arsenal in der Vorsaison verliehen hat. Foto: IMAGO/NurPhoto

Der VfB hat starkes Interesse an dem zuletzt vom FC Arsenal an den FC Porto verliehenen Zehner Fabio Vieira. Doch es gibt noch ein paar Hürden zu überspringen.

Es tut sich was auf der Zehner-Position beim VfB. Nachdem man sich mit dem griechischen Nationalspieler Giannis Konstantelias von Paok Saloniki über einen Wechsel so gut wie einig war, ehe der 22-Jährige vom griechisch-russischen Milliardär und Clubbesitzer Ivan Savvidis kurz vor dem Flug nach Stuttgart wieder zurückgepfiffen wurde, führt die Spur jetzt nach London.

 

So ist beim VfB Fabio Vieira vom FC Arsenal ins Zentrum des Interesses gerückt, wenn es um die Verstärkung der Position im zentralen offensiven Mittelfeld geht. Der Portugiese steht bei den Gunners seit 2022 unter Vertrag – wurde in der Vorsaison allerdings in seine Heimat zum FC Porto verliehen, wo er auch fußballerisch groß wurde. Nun sind die Stuttgarter um den Sportvorstand Fabian Wohlgemuth in intensive Gespräche mit Arsenal eingestiegen. Deren Ziel ist eine feste Verpflichtung des 25-Jährigen, der bei der U-21-EM im Jahr 2021 zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Ob sich alle drei Seiten – die beiden Clubs sowie der Spieler – aber letztlich einig werden, ist bis dato noch offen.

Der 1,70 Meter große Linksfuß Vieira ist ein klassischer Spielgestalter, der alternativ auch auf dem rechten Flügel eingesetzt werden kann. Für Portugal hat er sämtliche Junioren-Auswahlteams durchlaufen, ist aber (noch) kein A-Nationalspieler. Beim VfB könnte Vieira die Rolle von Enzo Millot einnehmen, dessen Wechsel zum saudi-arabischen Club Al-Ahli aus Dschidda sich auf der Zielgeraden befindet. Bei Al-Ahli ist der Ex-Hoffenheimer Profi Matthias Jaissle der Cheftrainer.

Finanziell besitzt der VfB also vermutlich bald den Spielraum, um mit der möglichen Verpflichtung von Fabio Vieira einen Transfer zu stemmen, der sich im Bereich zwischen 20 und 25 Millionen Euro an Ablöse bewegen könnte – und der damit nahe an den bisherigen Vereinsrekord von 26,7 Millionen Euro heranreichen würde. Eine Summe, welche die Cannstatter im Vorsommer für Deniz Undav an Brighton & Hove Albion überwiesen haben.

Wie englische Medien berichten, möchte der FC Arsenal, der 2022 rund 40 Millionen Euro für Vieira bezahlt hat, mindestens 25 Millionen Euro für den Mittelfeld-Regisseur einnehmen. Auch wenn sich dieser in der Premier League nicht entscheidend durchsetzen konnte.

War beim Test des VfB gegen den FC Toulouse (6:0) nur noch Zuschauer: Enzo Millot Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Wird der sich abzeichnende Wechsel von Millot, der in Stuttgart bereits vom Training freigestellt ist, nach Saudi-Arabien vollends in trockene Tücher gebracht, besäße der VfB ausreichende Geldmittel: Schließlich hat die im Bereich von 20 Millionen Euro liegende Ausstiegsklausel im Vertrag des Franzosen bei einem Transfer in die arabische Welt offenbar keine Gültigkeit, sodass inzwischen bei frei verhandelbaren Einnahmen von rund 28 Millionen Euro die Rede ist bei Millot, der im Sommer 2021 für 1,75 Millionen Euro aus Monaco nach Stuttgart kam. Unter den teuersten Abgängen beim VfB nähme der 23-Jährige, der im DFB-Pokalfinale beim 4:2 über Arminia Bielefeld zwei der vier Stuttgarter Tore erzielte, so hinter Benjamin Pavard (für 35 Millionen Euro zum FC Bayern) und Mario Gomez (für 30 Millionen Euro zum FC Bayern) den dritten Platz ein.

Während der Millot-Abgang wohl zeitnah über die Bühne geht, gibt es bis zu einer möglichen Verpflichtung von Fabio Vieira noch einige Hürden zu überspringen. Da ist zum einen der Preis, den die Stuttgarter offenbar eher bei 20 Millionen Euro sehen für einen Spieler, der in der Vorsaison in der ersten portugiesischen Liga bei 26 Einsätzen auf vier Tore und vier Vorlagen kam.

Zudem hat sich Vieira nach der schwachen Saison 2023/24 beim FC Arsenal zurück bei seinem Heimatclub FC Porto zuletzt gut aufgehoben gefühlt. Für Porto stand er Ende Juni bei den drei Spielen der Club-WM stets in der Startaufstellung. Beim VfB hat man daher noch ein, zwei Alternativkandidaten für die Nachfolge von Enzo Millot auf dem Zettel, wobei Vieira aktuell der Spieler der ersten Wahl zu sein scheint.