Zeigt eine herausragende Leistung im Pokalfinale: Enzo Millot. Foto: imago/ActionPictures

Stuttgarts Mittelfeldspieler Enzo Millot stach im Pokalfinale mit zwei Treffern aus einer guten VfB-Mannschaft noch hervor. Nun scheint seine Zukunft offener denn je.

Er hat wieder einmal geliefert. Immer, wenn es um wirklich viel geht, wenn die wirklich wichtigen Spiele anstehen, wenn Entscheidendes passiert in der Ära Hoeneß, dann ist Enzo Millot voll da. Auf der ganz großen Bühne. Millot erzielte den 1:0-Siegtreffer im ersten Hoeneß-Spiel im Pokal in Nürnberg, der Franzose traf entscheidend in der Relegation gegen den HSV, jetzt brillierte er im Pokalfinale – und das nach zuletzt immer stärker werdenden Auftritten in der Liga (zwei Tore und drei Vorlagen in seinen letzten sechs Einsätzen). Insgesamt stehen in dieser Saison zwölf Tore und acht Assists in 43 Pflichtspieleinsätzen für ihn zu Buche.

 

Keine Frage, Auftritte wie der in Berlin sind nichts anderes als Bewerbungen. Für eine neue Aufgabe, den nächsten Schritt, den nächsten, möglicherweise noch größeren Club. Mit diesem Schritt kokettiert der Franzose immer wieder, seit er im Januar 2024 seinen Vertrag beim VfB Stuttgart bis 2028 verlängert hat. Seit August 2021 ist er in Stuttgart. Eine Zeit, in der er bei den Weiß-Roten viel mit- und durchgemacht hat. Einst von Sven Mislintat für 1,75 Millionen Euro aus Monaco verpflichtet, wurde er vom etwas schludrigen Talent zur klaren Stammkraft, entwickelte sich nicht nur auf einen Marktwert von 35 Millionen Euro, sondern auch zur festen Größe in Frankreichs U21 und U23.

Wer nun beim Pokalfinale bei Millots Auftritt zwischen den Zeilen las, nahm gewisse Signale wahr. Der signifikante Messi-Jubel mit dem präsentierten Trikot. Die Auswechslung, die ihm Sonderapplaus und stehende Ovationen garantieren sollte. Die innige, intensive Umarmung mit Hoeneß direkt danach. Die emotionale Ehrenrunde mit dem Töchterchen auf dem Arm.

Alles eindeutige Zeichen dafür, dass da jemand noch einmal alles ganz tief in sich aufsaugen wollte, ehe die Reise für ihn möglicherweise weitergeht? Auch der VfB Stuttgart ist sich bewusst, dass dieser Schritt nun kommen könnte. Der Club sondiert längst den Markt nach passenden Alternativen und hatte mit Ibrahim Maza von Hertha BSC einen Ersatz ganz lange am Haken, ehe dieser kurz vor Schluss absprang und in Leverkusen anheuerte.

Manch einer mag das nun überinterpretiert finden und ja, es gibt keine aktuellen Aussagen, die auf eine Trennung hindeuten. Fabian Wohlgemuth, der Sportvorstand des VfB, wollte nach dem Finale ebenfalls nichts hineindeuteln in die Gesten und Aktionen, die sich zuvor abgespielt hatten. Zumal man all die aufgezählten Signale auch genau andersherum deuten könnte.

Eines aber ist sicher: Die nächsten Wochen werden zeigen, wohin die Reise des ehrgeizigen Franzosen geht. Fest steht auch: Nach Bewerbungsschreiben wie jenem aus Berlin gibt es bestimmt einen Markt für ihn. Die Frage wird sein, ob es jener ist, den sich Enzo Millot vorstellt.