Zeigte sich sehr gut aufgelegt in Luzern: Stefan Drljaca. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Der VfB Stuttgart hat eine ganze Reihe an Neuzugängen bereits verpflichtet und im Test gegen Luzern auch erstmals bei einem Härtetest eingesetzt. Einer davon konnte richtige Duftmarken setzen.

Nach einem an Höhepunkten eher armen Testspiel wie dem des VfB Stuttgart beim FC Luzern (0:0) gibt es normalerweise kaum einen Spieler, der so richtig positiv bewertet werden kann. Schließlich war offensiv wie defensiv stellenweise ordentlich Sand im Getriebe zu bemerken, zudem machten es die vielen Wechsel und die damit verbundene reduzierte Spielzeit je Spieler den Akteuren eher schwer, sportliche Ausrufezeichen zu setzen. Dennoch gab es zwei, drei VfB-Spieler, die auffielen. Als da wären Justin Diehl und Luca Raimund, die in der Offensive immer wieder Akzente setzten. Doch der mit Abstand auffälligste Stuttgarter war Stefan Drljaca.

 

Der Neuzugang von Dynamo Dresden wurde für den zweiten Durchgang eingewechselt und löste Fabian Bredlow ab, mit dem er sich nach offizieller Sprachregelung ein offenes Duell um die Nummer Zwei hinter dem gesetzten Alexander Nübel liefern soll. Der deutsche Fast-EM-Fahrer weilt aktuell noch im Urlaub. Drljaca machte seine Sache gut. Sogar sehr gut. Ruhe ausstrahlend und dennoch lautstark steuerte er seine Vorderleute.

Und wenn er gebraucht wurde, war er da. Hohe Bälle waren allesamt leichte Beute und die drei, vier wirklich guten Gelegenheiten, die die insgesamt bieder auftretenden Hausherren hatten, machte Drljaca durch gutes Eins-gegen-Eins-Verhalten zunichte. Sogar die Luzerner Heimkurve, vor der der 25-jährige gebürtige Homburger seinen Dienst verrichtete, spendete zweifach Szenenapplaus für den Auftritt des Keepers. „Ich habe einige Dinge gesehen, die mir sehr gefallen haben“, bilanzierte Trainer Sebastian Hoeneß und meinte damit insbesondere den Mann im Tor, ohne ihn explizit herausheben zu wollen.

Noch mindestens beim Test in der kommenden Woche gegen Fortuna Sittard in Heilbronn (20. Juli, 14 Uhr) wird der Keeper Gelegenheit bekommen, auf sich aufmerksam zu machen. Denn Nübel dürfte bis dahin zwar zurück im Training beim VfB sein – ob er dann auch gleich eingesetzt wird, bleibt aber abzuwarten. Sicher dagegen scheint jetzt schon, dass der VfB im Vergleich zur Vorsaison ein Upgrade auf der Torhüterposition im Kader hat. Denn Drljaca weist im Vergleich zu seinem Vorgänger Florian Schock das sichtbar vielfältiger aufgestellte Portfolio zwischen den Pfosten auf. Der wiederum hat nach wenigen Wochen tatsächlich auch eine neue Aufgabe gefunden – nachdem sein Arbeitspapier beim VfB nicht verlängert wurde, steht er nun bei Fortuna Düsseldorf in der zweiten Liga unter Vertrag.