Durchlebte nach eigener Aussage einen „bitteren“ Nachmittag in Köpenick: Alexander Nübel Foto: IMAGO/HMB-Media

Der VfB Stuttgart hat beim 1. FC Union sein Bundesliga-Auftaktspiel mit 1:2 verloren. Torhüter Alexander Nübel kehrte dabei zwischen die Pfosten zurück. Eine Bestandsaufnahme.

Der VfB Stuttgart kann einfach keinen Auswärtsauftakt in der Bundesliga. Seit sage und schreibe elf Jahren schaffen es die Weiß-Roten nicht, ihr erstes Spiel in der Fremde in der jeweiligen Saison zu gewinnen. Selbst ein Punkt ist nicht garantiert. Lediglich zweimal (Heidenheim 2019, Bremen 2022) brachte man ein Pünktchen mit nach Hause. Auch in Köpenick beim 1:2 (0:2) gegen den 1. FC Union hieß es am Ende mal wieder: Außer Spesen nichts gewesen.

 

Daran konnte auch Alexander Nübel nichts ändern. Nach wochenlanger Schonung – Nübel trainierte aufgrund einer Blessur am rechten Ellenbogen zuerst gänzlich ohne Arm- und Handeinsatz, später gedrosselt – kehrte der Nationaltorhüter wieder zwischen die Pfosten der Stuttgarter zurück. Noch in der Vorwoche musste er seinem Ersatzmann Fabian Bredlow im Supercup den Vortritt lassen.

Die fehlende Matchpraxis machte sich bemerkbar. Nübel wirkte nicht immer ganz auf der Höhe des Geschehens, wofür unter anderem ein überstürzt wirkender Ausflug im zweiten Durchgang sinnbildlich stand, den die Eisernen jedoch nicht für sich zu nutzen wussten. Und auch bei beiden Treffern sah Nübel unglücklich aus. Beim ersten „stehe ich etwas hinter unserem Spieler und sehe den Ball erst, als er an den Pfosten geht“, sagte Nübel, dem die Sicht verdeckt war.

Beim zweiten Treffer muss man den Keeper mit in die Pflicht nehmen. Dicht am Körper, unter der Achsel, rutschte der platzierte, aber nicht allzu harte Schuss durch. „Ich glaube der ist schon machbar“, nahm sich Nübel hinterher selbst ins Gericht. Ilyas Ansah war´s egal. Der 20-jährige Stürmer schnürte in seinem Bundesliga-Debüt den Doppelpack und freute sich hinterher entsprechend: „Ich kann das alles gar nicht beschreiben. Es ist geil, dass ich zwei solche Tore machen konnte. Ich hab einfach nicht lange gefackelt“, jubelte er.

„Für mich ein sehr bitteres Spiel. Ich bekomme zwei Schüsse aufs Tor, beide sind drin. Ansonsten war ich nicht wirklich im Spiel“, bilanzierte Stuttgarts nach seinem persönlichen Ruckelstart in die Saison. Von einer Grundsatzdiskussion wollte er aber nach der Auftaktpleite nichts wissen. „Jedes Spiel in der Bundesliga ist auf seine Art und Weise schwer. Wir müssen unsere Chancen vorne nutzen. Wenn wir hier in Führung gehen, wird es sehr schwer für Union. Das ist jetzt ein guter Weckruf“, blickt Nübel bereits auf die kommenden Aufgaben.

Schon am Dienstagabend in Braunschweig geht es weiter. „Ein sehr ekliges Los, ich denke das schwerste, das man als Bundesligist bekommen konnte. Wir müssen alles investieren, um uns da durchzusetzen“, so Nübel. Der aber auch überzeugt ist, dass dies dem VfB in Niedersachsen gelingen wird: „Wenn wir das Pokalspiel hochkonzentriert angehen werden, dann gewinnen wir das auch.“ Da kommt das „vielleicht etwas alarmierende“ Union-Spiel auf den zweiten Blick gar nicht so ungelegen. Denn die Sinne sollten nun endgültig geschärft sein.