Waldemar Anton laboriert noch an den Folgen eines Schlages auf den Oberschenkel. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der Stuttgarter Kapitän erlebt am Freitagabend gegen Union Berlin ein Gefühl, das er seit fast zwei Jahren nicht mehr kannte.

Irgendwann endet auch die schönste Serie. Im Fall von Waldemar Anton hat das sehr lange gedauert, fast zwei Jahre: 63 Bundesliga-Partien in Folge absolvierte der Innenverteidiger für den VfB Stuttgart zuletzt – über drei Saisons hinweg stand er immer in der Startelf. Bis zum Freitagabend: Da stand Anton im Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin zwar im Kader, aber nicht in der Anfangsformation. Der Grund: Er hatte vergangene Woche im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg (3:2) einen Schlag auf den Oberschenkel erlitten, der ihn zum Kürzertreten zwang.

 

Zwar berichtete Sebastian Hoeneß von einem gelungenen Belastungstest vor der Partie. Weil Anton unter der Woche aber kein einziges Mannschaftstraining komplett hatte absolvieren können, entschied sich der VfB-Trainer, seinen Kapitän erstmals auf der Bank zu lassen. Als „vollwertigen Spieler“, wie Hoeneß betonte.

Mit seinen bis dahin 63 Startelf-Einsätzen in Serie hält Anton nicht nur teamintern beim VfB die Bestmarke im jetzigen Kader – auch unter allen aktuellen Bundesliga-Feldspielern kommt niemand an den 27-Jährigen heran. Einzig zwei Torhüter weisen derzeit noch mehr Startelf-Einsätze in Folge auf: Oliver Baumann (79) von der TSG Hoffenheim und Marvin Schwäbe (69) vom 1. FC Köln. Zählt man auch Zweitliga-Einsätze mit, ist Heidenheim-Keeper Kevin Müller (93) ganz vorne.

Fast immer über die volle Distanz

Fast immer spielte Anton übrigens in den vergangenen 63 Spielen auch über die volle Distanz durch: Nur achtmal wurde der Stuttgarter Dauerbrenner innerhalb seiner fast zweijährigen Serie ausgewechselt – alleine viermal davon in der kurzen Amtszeit von Bruno Labbadia in der Vorsaison, als er meist die Rolle des rechten Außenverteidigers bekleidet hatte.

Die jetzige ungewohnte Zwangspause kommt für Anton auch aufgrund seiner Nationalelf-Ambitionen ungelegen: Am kommenden Donnerstag gibt Bundestrainer Julian Nagelsmann den Kader für die letzten beiden Testspiele vor dem EM-Sommer bekannt – und Anton hat sich ins Schaufenster gespielt und berechtigte Hoffnungen auf eine Nominierung. Gegen Union kann er zumindest in der Startelf keine weitere Eigenwerbung betreiben.