Philipp Lahm beim DFB-Pokalfinale 2025, das der VfB mit 4:2 gegen Arminia Bielefeld gewann. Foto: imago/Sven Simon

Der Weltmeister von 2014 ist nach wie vor für den VfB im Einsatz – inzwischen gemeinsam mit einer Europameisterin. Wie die Tätigkeiten aussehen und was Lahm bewirken soll.

Fast drei Jahre ist es mittlerweile her, dass der VfB Stuttgart prominente Verstärkungen präsentierte. Nicht für den Kader der Bundesliga-Mannschaft, vielmehr zur Arbeit im Hintergrund. Die beiden Weltmeister Sami Khedira und Philipp Lahm stießen als Berater des Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle dazu – um die sportliche Expertise zu erweitern, Abläufe zu überprüfen, Meinungen einzubringen. Damals zog die Vorstellung der früheren Stuttgarter Profis große Aufmerksamkeit auf sich, inzwischen ist es deutlich ruhiger geworden in Sachen Berater in Bad Cannstatt.

 

Bei Khedira liegt der Grund auf der Hand. Der 38-Jährige ist schon länger nicht mehr für den VfB tätig, nach knapp einem Jahr endete sein Engagement offiziell wieder. Mit gegenseitigen lobenden Worten und guten Aussichten auf den Posten des Sportdirektors beim Deutschen Fußball-Bund verabschiedete sich Khedira im Sommer 2023 – zu einer Einigung mit dem DFB kam es im Anschluss aber dann doch nicht.

Auch die frühere Nationalspielerin Celia Sasic ist mit im Team

Lahm hingegen ist nach wie vor an Bord. Dass man davon in der Öffentlichkeit kaum etwas mitbekommt, liegt an der unterschiedlichen Ausübung der Rolle: Während Khedira nah dran war an der Mannschaft und viele Trainingseinheiten an Ort und Stelle verfolgte, findet der Austausch mit Lahm in aller Regel digital oder telefonisch aus der Ferne aus München statt – aber doch in regelmäßigen Abständen. Der 113-malige Nationalspieler hat nach der Profikarriere dafür seine eigene Agentur aufgebaut, der VfB zählt zu den Kunden.

Philipp Lahm und Celia Sasic 2024 beim EM-Spiel zwischen England und der Slowakei Foto: imago/Beautiful Sports

„Wir arbeiten mit Philipp und seiner Berateragentur projektbezogen zu unterschiedlichen Anlässen weiterhin zusammen“, bestätigt Wehrle. Das Spektrum ist ein breites, es reicht von Fragen rund um das Nachwuchsleistungszentrum bis zu infrastrukturellen Themen – die sich ja beim VfB durch die geplante Erweiterung im Neckarpark inklusive des Baus eines Stadions für das Frauenteam mehr denn je stellen. „Da schaut Philipp mit seinem Team von außen drauf“, so der Stuttgarter Vorstandschef.

Zu diesem Team gehört auch Celia Sasic, ihres Zeichens je zweimal Europameisterin und Bundesliga-Torschützenkönigin – und auch nach dem Karrierenende 2015 weiterhin in der deutschen Fußball-Landschaft präsent. Lahm und Sasic kennen sich aus gemeinsamen Zeiten rund um die EM 2024 im eigenen Land: Sie war Botschafterin des Turniers, er Direktor, beide tourten durch die Republik und absolvierten zusammen etliche Termine.

„Es gibt auch einen Austausch zu sportlichen Themen“

Für den VfB ist die 36-Jährige zweifelsohne eine wertvolle Ansprechpartnerin, hat man doch gerade in puncto Frauenfußball große Ambitionen. Zuletzt gelang der Aufstieg in die zweite Liga, die mittelfristig aber nur eine Durchgangsstation sein soll auf dem Weg zum erklärten Ziel: der Bundesliga. Bei der hohen Schlagzahl der sportlichen Entwicklung muss selbstredend auch die Infrastruktur mitwachsen – in Bad Cannstatt und auf dem Trainingsgelände in Obertürkheim. Diesen Weg begleiten Lahm und Sasic mit ihren Einschätzungen. „Das sind natürlich prominente Namen“, sagt Wehrle, betont aber zugleich mit Blick auf externe Beratungen im Profifußball: „Der Vorgang an sich ist völlig üblich.“

Auch die Stuttgarter Profi-Mannschaft in der Fußball-Bundesliga bleibt in den Gesprächen mit Lahm nicht außen vor, wenngleich der Umfang ein geringerer ist als noch zu Beginn – was schlicht mit dem Bedarf zu tun hat. Seit dem Einstieg Lahms als Berater im September 2022 hat sich personell einiges beim VfB verändert, die Aufgaben wurden auf mehreren Schultern verteilt. Kurz nach Lahm traten Fabian Wohlgemuth und Christian Gentner ihren Dienst an, die inzwischen als Sportvorstand und Sportdirektor fungieren. Vor rund einem halben Jahr stieß zudem Robin Trost, bis dahin Leiter Sport beim Zweitligisten SC Paderborn, ins Team von Wohlgemuth dazu.

Kontakt mit Lahm hält man aber weiterhin. „Es gibt auch einen Austausch zu sportlichen Themen mit Fabian Wohlgemuth und Christian Gentner“, sagt Wehrle – und schätzt den Dialog, den der VfB dabei mit dem Weltmeister-Kapitän von 2014 pflegt: „Eine andere Perspektive und ein frischer Blick von außen hilft natürlich immer. Es ist ein guter Austausch mit Philipp.“