VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth äußert sich zum Vorstoß der Belgrader – sowie zur Entwicklung des 20-jährigen Stürmers und zum Zeitplan für eine Entscheidung im Winter.
Partizan Belgrad geht in die Offensive – in diesem Fall aber nicht auf dem Rasen, sondern auf dem Transfermarkt. Man habe den großen Wunsch, betonte Sportchef Predrag Mijatovic unlängst im Podcast 2x45, dass Mittelstürmer Jovan Milosevic dem Verein über den Winter hinaus erhalten bleibe.
Noch bis Jahresende ist der 20-jährige Profi vom VfB Stuttgart an den Tabellenführer der ersten serbischen Liga ausgeliehen und dort einer der Erfolgsgaranten. „Wir sind offen für jedwede Art von Vereinbarungen, solange er zu uns kommt“, so Mijatovic, der auch eine Weiterverkaufsbeteiligung für den VfB in den Raum stellte. Wie die Stuttgarter auf den Vorstoß reagieren? Zunächst mit Verständnis. „Jovan hat im zurückliegenden Halbjahr eine tolle Entwicklung genommen und bestätigt immer mehr, dass er genau dieses Talent besitzt, was wir in ihm gesehen haben“, sagt Sportvorstand Fabian Wohlgemuth unserer Redaktion, „insofern sind die jüngsten Äußerungen der Verantwortlichen in Belgrad nur nachvollziehbar.“
Milosevic steht noch bis 2027 beim VfB unter Vertrag
Klar ist aber auch: Das Heft des Handels liegt komplett in der Hand des VfB, wo Milosevic noch bis 2027 unter Vertrag steht. Der Zeitplan für eine Zukunftsentscheidung in diesem Winter steht dabei bereits fest. „Wie es mit Jovans Perspektive weitergeht“, sagt Wohlgemuth, „werden wir gemeinsam im Team mit Trainerstab und Scouting in den nächsten drei Wochen besprechen und festlegen.“
Dass es tatsächlich zum Verkauf kommt, ist dabei alles andere als ausgemacht. Zum einen besitzt Milosevic mit seinen 20 Jahren noch Entwicklungspotenzial, sodass der VfB Stuttgart im Fall eines Leistungsschubs davon profitieren würde, den Stürmer weiter unter Vertrag zu haben. Zum anderen sind die Stuttgarter nicht auf Transfererlöse angewiesen und könnten so den weiteren Weg des Stürmers intensiv verfolgen, ohne ihn zu verkaufen. Womöglich geschieht das ja weiterhin aus der Ferne: Die Fortführung der Leihe bei Partizan in Kombination mit einer Vertragsverlängerung beim VfB wäre ein auf dem Transfermarkt durchaus übliches Szenario.
Zuletzt war auch angesichts der verletzungsbedingten Ausfälle auf der Mittelstürmer-Position über eine Winter-Rückkehr des Stürmers zum VfB diskutiert worden. Diese Variante ist aber eine eher unwahrscheinliche, da regelmäßige Spielpraxis in der jetzigen Entwicklungsphase für Milosevic von immenser Bedeutung ist. Inwiefern er diese beim VfB erhalten würde, lässt sich nur schwer prognostizieren – schlichtweg, da zwischen der ersten serbischen Liga und der Bundesliga doch ein gewisses Gefälle besteht.