Das magische Dreieck des VfB mit Giovane Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic (v. li.) ist Geschichte – findet das Original bald im möglichen Neuzugang Mohammed Abdellaoue (links), Alexandru Maxim (oben) und Vedad Ibisevic (rechts) Nachahmer? Foto: Baumann/dpa Montage: StN

Der Transfer von Mohammed Abdellaoue zum VfB rückt näher. Hannovers Stürmer ist technisch stark und spielfreudig. Damit weckt er in und um Stuttgart spezielle Sehnsüchte.

Stuttgart - Wenn eingefleischte Fans des VfB Stuttgart das Rad der Zeit zurückdrehen könnten, würden sie sich vermutlich nichts sehnlicher wünschen als eine Rückkehr zum magischen Dreieck. Das bildeten in der Saison 1996/97 Krassimir Balakov, Fredi Bobic und Giovane Elber. Gemeinsam mischte das Trio die Bundesliga auf, gemeinsam trafen die drei, wie es ihnen gefiel: Von den 78 Saisontoren des VfB erzielten Bobic 19, Elber 17 und Balakov 13 Treffer. Schöne Erinnerungen, verbunden mit Wehmut: Dieses Trio war einzigartig.

Doch das schließt nicht aus, dass es immer wieder Nachahmer geben kann. Gewiss, Vedad Ibisevic (28) ist kein Bobic, auch wenn er als Stoßstürmer in seiner Spielanlage an den heutigen Sportdirektor erinnert. Und Alexandru Maxim, das Talent im zentralen Mittelfeld, ist Welten entfernt von Balakovs großen Spielmacherqualitäten. Mit 22 Jahren muss er noch reifen. Doch zuweilen beschleunigt ein Anstoß von außen die ­Entwicklung eines Profis. Und da kommt Mohammed Abdellaoue (27) ins Spiel.

Der in Oslo geborene Sohn marokkanischer Eltern ist ebenfalls noch kein Elber. Allerdings ähnelt er vom Typ her dem Brasilianer – als Angreifer, der um Ibisevic herum Betrieb machen könnte. Abdellaoue gilt als ideale Ergänzung für ein Spiel mit zwei Spitzen, wie es Balakov, Bobic und Elber damals im 3-5-2-System praktizierten. Der VfB hat zuletzt zwar nur mit einem Stürmer gespielt, aber das lag zuvorderst an den mangelnden Alternativen.

Auf der Wunschliste weit oben

Fredi Bobic dämpft solche Erwartungen, von einem neuen magischen Dreieck mag er nichts hören: „Ein Maxim ist erst ein halbes Jahr bei uns, er muss es erst einmal hinbekommen, konstant gut Fußball spielen“, sagt er. Der Sportdirektor will den Rumänen nicht über die Maßen unter Druck setzen. Andererseits verfolgt Bobic das klare Ziel, den Konkurrenzkampf auf jeder Position zu verschärfen. Weshalb Abdellaoue auf seiner Wunschliste weit oben steht. Mit ihm wäre der VfB im Angriff und in seiner gesamten Spielanlage variabler aufgestellt. Wenn sich dann das eine zum anderen fügt, wenn ­Abdellaoue, Ibisevic und Maxim dann ­tatsächlich harmonieren sollten – wer weiß, was ­daraus reifen kann?

Die Sache hat allerdings einen Haken. Noch ist der Transfer von Abdellaoue nicht perfekt. Wie so häufig geht es ums liebe Geld. Der VfB hat ein Angebot für Abdellaoue (Vertrag bis 2014) abgegeben, was Bobic aber nicht bestätigen mag. Anders Martin Kind: „Es stimmt. Wir haben ein schriftliches Angebot für Moa“, erklärt der 96-Präsident. Der VfB bietet angeblich 3,5 Millionen Euro. „Das ist noch nicht das, was wir uns vorstellen“, sagt Kind. Hannover will mindestens vier Millionen Euro. Eine Einigung liegt also in der Luft, wie auch Dirk Dufner, Hannovers Manager, bestätigt: „Der VfB hat konkrete Vorstellungen geäußert, wir könnten Moa zu einem ordentlichen Preis verkaufen.“ An Dufner soll es jedenfalls nicht liegen: „Wir reden von keinem Gebrauchsgegenstand, sondern von einem Menschen. Es bringt keinem etwas, wenn ein Spieler bleibt und unzufrieden ist.“

Die Zeichen stehen klar auf Trennung. Unter Trainer Mirko Slomka ist Abdellaoue ins zweite Glied gerückt, Stürmer Nummer eins ist Mame Diouf. Dessen Vertrag läuft ebenfalls 2014 aus – wie auch der von Didier Ya Konan, dem dritten 96-Stürmer. Bevor Hannover die beiden im nächsten Jahr verliert und nicht mal eine Ablöse kassiert, will Dufner eine Sicherung einbauen, bevor er Abdellaoue für den VfB freigibt: Diouf soll einen Anschlussvertrag mit Ausstiegsklausel unterschreiben. Das kann dauern, doch Bobic nimmt es gelassen: „Es kann sein, dass sich alles noch zieht. Es kann aber auch sein, dass in eine Sache Tempo reinkommt.“