VfB-Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle hat vor Wochen eine neue Partnerschaft mit einem namhaften Partner angekündigt. Die Frist ist längst abgelaufen. Nun kommt ein neues Modell ins Spiel.
In „ein, zwei Wochen“ werde man „eine Partnerschaft mit einem namhaften Partner“ bekannt geben, dieser werde ein „signifikanter Betrag“ zugrunde liegen, ließ der Alexander Wehrle in der Sendung „SWR Sport“ vom 16. April wissen. Der TV-Auftritt des Vorstandsvorsitzenden der VfB Stuttgart AG liegt nun genau einen Monat zurück. Seitdem ist auf diesem Sektor nichts groß vom VfB und seiner Marketingabteilung kommuniziert worden.
Bis zu diesem Dienstag. „EgeTrans wird Team-Partner des VfB“ gab der Club bekannt. Der bisherige Club- und frühere Hospitality-Partner stockt sein Engagement auf und zahlt nach Informationen unserer Redaktion ab sofort eine hohe sechsstellige Summe pro Jahr. Künftig wird das Unternehmen „unter anderem auf der LED-Bande, den Kommunikationsformaten- und Kanälen des VfB und auf der In-Game-LED-Bande bei Fifa 23 präsent sein“, heißt es weiter. Wehrle wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Unser Ziel ist eine breite, stabile und gesunde Sponsoringstruktur. In den nächsten Wochen gilt es daher, wichtige Partnerschaften neu abzuschließen, zu verlängern oder auszubauen.“
Eine neue Zeitschiene also. Es wird vor Ende der Spielzeit – unabhängig davon, ob der VfB in die Relegation muss oder nicht – offenbar nichts mehr mit den ganz großen Nachrichten bezüglich neuer Großsponsoren. Eher sind Nachrichten zu erwarten, die den bisherigen Sponsoren-Pool betreffen. Dazu zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Club zukünftig ein Modell etablieren möchte, das eine Splittung des Hauptsponsoring-Paketes vorsieht. Bisher war Hauptsponsor Mercedes-Benz mit seinen diversen Marken auf der Trikotbrust, im kompletten Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) auf der Trikotbrust und den Banden am Clubgelände und auf dem Trikotärmel präsent.
Künftig vier prominent präsente Sponsoren?
Nun zieht man die Möglichkeit in Betracht, für jeden dieser Bereiche einen eigenen Hauptsponsor zu gewinnen. Dies bezieht auch die Sponsorenfläche auf der Trainingskleidung mit ein, für die ein eigener Partner gefunden werden soll. Bisher war dort ebenfalls der Hauptsponsor präsent. Das neue Modell soll ähnlich dem des FC Chelsea funktionieren. Die Londoner präsentieren auf der Trikotbrust einen Hauptsponsor aus dem Telekommunikationsbereich, auf der Trainings- und Warmmach-Kleidung an Spieltagen eine Reise-Suchmaschine.
Aktuell weist der Club 26 Sponsoren in sechs Kategorien aus. Gut möglich, dass diese neuen Hauptsponsoren für die skizzierten Bereiche auch teilweise aus dem bestehenden Sponsoren-Pool kommen. Das bezieht explizit Mercedes-Benz mit ein. Insgesamt soll es gelingen, die rund 16,5 Millionen Euro, die das Unternehmen mit dem Stern bisher pro Jahr bezahlt hat und zukünftig auf etwa drei Millionen reduzieren möchte, nicht nur zu kompensieren, sondern sogar auszubauen.