Die starken Männer beim VfB: Sportdirektor Fabian Wohlgemuth, Vorstandschef Alexander Wehrle Foto: Baumann

Nach einem Drittel der Saison kann der VfB Stuttgart im Prinzip einen Haken hinter das Thema Abstiegskampf machen. Nun müssen die richtigen Entscheidungen getroffen und altbekannte Fehler vermieden werden, um den Erfolg auch zu verstetigen, findet Sportredakteur Gregor Preiß.

Platz drei nach einem Drittel der Saison, 17 Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, der VfB Stuttgart bietet mitreißenden und erfolgreichen Fußball: Bei Lichte betrachtet kann der notorische Fastabsteiger schon jetzt einen Haken hinter die Saison machen. Auch wenn die Verantwortlichen die Mär von den 40 Punkten weiter bemühen werden: Mit dem Kampf gegen den Abstieg wird die Mannschaft so wenig zu tun bekommen wie Darmstadt 98 oder Bochum mit der Qualifikation zur Champions League. Womit das Saisonziel im Prinzip schon erreicht wäre.

 

Nun zählt vor allem eines: vorausschauend planen, damit der Höhenflug eine längere Brenndauer hat als ein Strohfeuer. Im Erfolg werden bekanntlich die größten Fehler gemacht – Union Berlin lässt grüßen. Auch der VfB ist in früheren Jahren schon in die Champions-League-Falle getappt. Mit einem auf die Schnelle hochgezüchteten und überteuerten Kader, der dem Club nach einem schlechten Jahr auf die Füße fiel.

Ohne Abstiegssorgen plant es sich leichter

Der neue Sportvorstand – wenn er denn mal gefunden ist – wird also gefordert sein. Er wird frühzeitig versuchen müssen, die Stützen der Mannschaft langfristig zu binden. Ohne sich zu übernehmen und die Gehaltsstruktur zu sprengen, was im Falle eines Verbleibs von Torjäger Serhou Guirassy ein nachvollziehbares Verlangen wäre. Eine gute Mannschaft darf aber nie abhängig von einem Spieler sein. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen der Versuchung widerstehen, durch den Porsche-Deal und die dadurch entstehenden neuen Möglichkeiten auf dem Transfermarkt mit Geld um sich zu werfen. Genauso wichtig wie in Beine ist es in gute Nachwuchstrainer, Ausbildungskonzepte und ein funktionstüchtiges Scouting zu investieren. Eine gute Nachwuchsarbeit muss das Fundament künftiger Erfolge sein.

Erfolg zu verstetigen gleicht oft der Quadratur des Kreises. Diese Erfahrung haben vor dem VfB auch schon andere Vereine machen müssen. Einen Trumpf hält der VfB aber in der Hand: Ohne Abstiegssorgen plant es sich bedeutend leichter.