Warum finden alle Spiele zeitgleich statt? Wie viel Geld ist im Topf? Und wie ginge es für den VfB bei einem Einzug in die Play-offs weiter? Die Lage vor dem finalen Hauptrunden-Heimspiel gegen Paris Saint-Germain im Überblick.
Das gab es noch nie: 18 Spiele werden am Mittwochabend um 21 Uhr in der Champions League zeitgleich angepfiffen, wenn die Entscheidung über Aus oder Weiterkommen in der Königsklasse fällt. Mittendrin: der VfB Stuttgart, der gegen das französische Topteam Paris Saint-Germain um den Einzug in die Play-offs spielt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Showdown.
Warum finden 18 Partien gleichzeitig statt? Eigentlich widerspricht diese Ballung ja dem Trend zur Zerstückelung der Spielzeiten, um möglichst viele Zeitfenster für verschiedene Übertragungen zu generieren. Aber: Der neue Modus in der Champions League machte es nötig. Seit dieser Saison spielen 36 Mannschaften in der Hauptrunde die Teilnehmer der K.-o.-Runde aus, die in einer großen Tabelle aller Teams ermittelt werden. Um Absprachen vorzubeugen, werden am achten und letzten Spieltag an diesem Mittwoch alle Spiele zeitgleich angepfiffen. Gleiches gilt übrigens am Donnerstag in der Europa League.
Welche Plätze sind relevant? Die Clubs auf den Rängen 1 bis 8 ziehen direkt ins Achtelfinale ein. Die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 24 erreichen die Play-offs, wobei die Teams auf den Plätzen 9 bis 16 im Rückspiel das Heimrecht haben. Die übrigen Vereine ab Rang 25 scheiden aus und steigen auch nicht in die Europa League ab. Unabhängig davon geht es in jedem Spiel um viel Geld: Für einen Sieg schüttet der europäische Fußballverband Uefa 2,1 Millionen Euro aus. Zudem bringt jeder einzelne Platz in der Abschlusstabelle, den man weiter vorne steht, jeweils 275 000 Euro zusätzlich.
Wie ist die Ausgangslage der deutschen Teams? Bayer Leverkusen (Platz 8, 13 Punkte), Borussia Dortmund (Platz 14, 12 Punkte) und der FC Bayern (Platz 15, 12 Punkte) sind bereits sicher unter den besten 24 Mannschaften und damit für die K.-o.-Runde qualifiziert. Für das Trio geht es am Mittwoch um Platz 8 und damit den direkten Einzug ins Achtelfinale, was ihnen zwei zusätzliche englische Wochen im Februar ersparen würde. Der VfB (Platz 24, 10 Punkte) dagegen will unbedingt in diese Play-offs einziehen, wofür ein Remis gegen PSG aller Voraussicht nach reicht – sofern nicht zeitgleich Dinamo Zagreb mit sieben Toren Unterschied gegen die AC Mailand gewinnt. RB Leipzig (Platz 30, 3 Punkte) ist bereits ausgeschieden.
Wie sieht der Fahrplan des VfB aus? Die Vorbereitung auf die Partie begann für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß am Montagvormittag mit einer nicht-öffentlichen Trainingseinheit. An diesem Dienstag folgt dann ebenfalls ohne Zuschauer das Abschlusstraining, an das sich die Pressekonferenz anschließt. An dieser werden gemäß Uefa-Vorgaben Trainer Hoeneß und ein Spieler teilnehmen. Im Spiel am Mittwoch ist man dann letztmals an den vor der Saison gemeldeten Kader gebunden, weshalb mehrere Spieler (Nick Woltemade, Jacob Bruun Larsen, Ramon Hendriks) nicht spielberechtigt sind. Sie könnten im Fall eines Einzugs in die Play-offs nachgemeldet werden.
Wo sind die Spiele zu sehen? Der kostenpflichtige Streamingsender Dazn überträgt den finalen Spieltag live – wobei neben einer großen Konferenz mit allen 18 Spielen auch die VfB-Partie als Einzelspiel zu sehen sein wird. Hier ist der Weltmeister und frühere Stuttgarter Profi Sami Khedira als Experte im Einsatz. Wenige Minuten nach Abpfiff gibt es dann auch im Free-TV die ersten Bilder, wenn das ZDF ab 23 Uhr auf Sendung geht und die Zusammenfassungen der Spiele zeigt. Jochen Breyer moderiert das 60-minütige Format, Friederike Kromp fungiert als Expertin.
Wie geht es nach der Hauptrunde weiter? Schon an diesem Freitag werden um 12 Uhr die Play-offs ausgelost, die im Februar stattfinden. Im Lostopf werden dann die Mannschaften sein, die in der Hauptrunden-Tabelle die Plätze 9 bis 24 belegt haben. Das Prozedere: Die Clubs auf den Rängen 9 und 10 können auf die Teams auf den Plätzen 23 und 24 treffen, für den Elften und Zwölften kommen die Mannschaften auf den Rängen 21 und 22 in Frage – und so weiter. Die Duelle werden klassisch per Loskugel ermittelt. Spiele gegen Teams aus demselben Land sind dabei ebenso möglich wie Duelle mit Mannschaften, auf die man bereits in der Hauptrunde getroffen ist. Wäre die jetzige Tabelle die finale, würde der VfB (Platz 24) in den Play-offs gegen Aston Villa (Platz 9) oder die AS Monaco (Platz 10) spielen.