Beim Champions-League-Spiel in Belgrad (1:5) blieb der Gästeblock des VfB teilweise leer. Foto: dpa/Marijan Murat

Nach dem Eklat beim Champions-League-Spiel in Belgrad mit der Heimreise der organisierten Fanszene hat der VfB Stuttgart Protest bei der Uefa eingelegt. Was ist daraus geworden?

Die Champions-League-Saison ist für den VfB Stuttgart aus sportlicher Sicht Geschichte. Ad acta gelegt ist das spannendste Kapitel der jüngeren Vereinsgeschichte aber noch lange nicht. Die Geschehnisse rund um das Auswärtsspiel bei Roter Stern Belgrad (1:5) am 27. November beschäftigen den Verein weiter.

 

Zur Erinnerung: Bei der Anreise zum Spiel kam es an der Grenze nach Serbien zu offensichtlich überzogenen Repressalien gegenüber Fans des VfB. Nach dem Fund von Pyrotechnik wurden Anhänger gezwungen, sich komplett zu entkleiden – teilweise unter Androhung von Gewalt seitens der staatlichen Instanzen. Woraufhin die organisierte Szene die Reise abbrach und nach Stuttgart zurückkehrte. In Belgrad selbst kam es zu Angriffen von serbischen Hooligans. Von „nicht hinnehmbaren Zuständen“ sprach VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle hernach und richtete einen offiziellen Protest an den europäischen Fußballverband Uefa.

Deutsche Clubs wollen gemeinsame Sache machen

Was daraus geworden ist? Tatsächlich hat die Uefa reagiert, und zwar schon am Tag danach. Die hohen Herren aus der Schweiz haben sich die Schilderungen der VfB-Verantwortlichen genau angehört. Von einem guten Austausch und einem wertschätzenden Zeichen war im roten Haus von Cannstatt die Rede. Die Frage ist, was daraus resultiert.

VfB-Boss Alexander Wehrle befindet sich mit der Uefa im Austausch Foto: Baumann

Bislang noch nichts – außer, dass sich die deutschen Clubs in dieser Angelegenheit zusammengefunden haben. In einem Bündnis wollen sie künftig gemeinsam für Fan-Belange auf internationaler Ebene einstehen. Den Anhängern von Borussia Dortmund erging es beim Spiel in Zagreb ähnlich wie jenen des VfB in Serbien. Auch Fans des FC Bayern München sahen sich in der Vergangenheit im europäischen Ausland immer wieder unverhältnismäßigen Behandlungen ausgesetzt.

Weshalb die deutschen Clubs nun gemeinsame Sache machen wollen. „Die Politik, die Uefa und die Clubs müssen ihre Verantwortung ernst nehmen“, fordert VfB-Boss Wehrle. Wohlwissend, dass es ein langer Weg sein wird, Fan-Rechte auf europäischer Ebene tatsächlich zu stärken.