Neben den Uefa-Prämien verdienen die Stuttgarter in der Champions League an weiteren Stellen viel Geld. Ein Blick auf die Dimensionen und Beträge – von denen ein Teil aber wieder zurück an die Spieler fließt.
An diesem Mittwoch geht in Bad Cannstatt wieder das Flutlicht an, wenn der VfB Stuttgart in der Champions League um 21 Uhr Atalanta Bergamo empfängt. Das Ergebnis? Völlig offen. Fest steht aber schon jetzt, dass das Team von Sebastian Hoeneß wieder einmal vor vollen Rängen antreten wird – was neben einer besonderen Atmosphäre auch für eine ordentliche Stange Geld in den VfB-Kassen sorgen wird. Die Ticketverkäufe sind dabei nur eine von mehreren Einnahmequellen in der Königsklasse, die schon jetzt ein höchst lukrativer Wettbewerb für den VfB ist. Die einzelnen Bereiche im Überblick.
Uefa-Prämien Sie sind das größte Stück vom Kuchen – was in erster Linie am üppigen Startgeld von 18,62 Millionen Euro liegt, das der europäische Fußballverband an alle 36 Teilnehmer der Hauptrunde ausschüttet. Hinzu kommen 700 000 Euro pro Punkt, was für den VfB nach dem 1:1 gegen Sparta Prag und dem 1:0 bei Juventus Turin bislang 2,8 Millionen Euro macht. Aber: Eins zu eins landen diese Summen nicht auf dem Konto der AG, sondern fließen teils zurück in die Mannschaft. Die Größenordnung der Siegprämien und Gehaltszuschläge für die Spieler bewegt sich nach Informationen unserer Redaktion bei rund einem Viertel der Uefa-Prämien. Ein Millionenbetrag bleibt dennoch, der sich je nach Abschneiden noch stark erhöhen kann.
Denn: Jeder einzelne Platz in der Abschlusstabelle der Hauptrunde bringt 275 000 Euro. Der Letztplatzierte erhält im Januar 2025 also ebendiesen Betrag, der Vorletzte 550 000 Euro – und so weiter. Das Ganze endet bei 9,9 Millionen für den Ersten, der derzeit Aston Villa wäre. Das ist noch nicht alles. Mindestens Platz 8 (und damit der direkte Einzug ins Achtelfinale) bringt zwei weitere Millionen Euro, mindestens Platz 16 (und damit das Rückspiel-Heimrecht in den Play-offs) eine Million. Ab dem Achtelfinale wird dann richtig Geld verdient mit einer Prämie von elf Millionen Euro für jedes Team.
Heimspiele Viermal tritt der VfB in der Hauptrunde vor eigenem Publikum an – und all diese Partien waren beziehungsweise sind ausverkauft. Das spült reichlich Geld in die Kassen: Der VfB hat die Spiele preislich im obersten Segment angesiedelt und verlangt im Sitzplatz-Bereich zwischen 55 und 125 Euro, die VIP-Tickets starten bei 535 Euro. In Summe kommt ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag pro Heimspiel zusammen. Der winkt nach den vier Hauptrunden-Partien mindestens noch ein fünftes Mal, da die Chancen auf eine Platzierung unter den Top 24 und damit auf das Erreichen der K.-o.-Phase im Februar 2025 gut stehen.
Sponsoren-Zuschläge Die Präsenz auf internationaler Bühne macht den VfB selbstredend auch für seine Partner attraktiver, die mit ihrer Werbung nun öfter und vor allem vor einem größeren internationalen Publikum präsent sind. Nach Informationen unserer Redaktion kommt dadurch in Summe nochmals ein niedriger siebenstelliger Betrag zusammen in einer Saison wie dieser, in der die Stuttgarter Champions League spielen.
Fernsehgelder Rund 200 Millionen Euro schüttet die Deutsche Fußball-Liga (DFL) derzeit aus der internationalen Vermarktung pro Spielzeit aus. Wie die verteilt werden? Zum einen anhand der internationalen Ergebnisse eines Clubs in den vergangenen fünf Jahren – ein Sieg bringt rund 600 000 Euro, ein Remis 300 000 Euro, wobei sich diese Zahlen im Verhältnis zum Abschneiden der anderen deutschen Clubs ergeben und leichten Schwankungen unterliegen. Zum anderen gibt es für die bloße Teilnahme am Europapokal eine Prämie, die sich derzeit auf etwa eine halbe Million Euro beläuft.
In dieser Saison sieht der VfB davon noch nichts, da der Club in den vergangenen zehn Jahren nicht international vertreten war und die Gelder für die laufende Spielzeit erst ab Sommer 2025 fließen. Das wären für die Stuttgarter Stand jetzt 900 000 Euro auf Basis der bisherigen Ergebnisse (ein Sieg und ein Remis) und 500 000 Euro aufgrund der Teilnahme. Die erstgenannte Prämie wird übrigens fünf Saisons lang jedes Jahr aufs Neue ausgezahlt (ehe die Resultate aus der Wertung fallen), die zweitgenannte sogar zehn Jahre lang. Die Königsklasse ist also mitnichten nur kurzfristig eine lukrative Sache.