Der serbische Meister trifft nach einer längeren Auszeit auf die Stuttgarter. Wie es dazu kam und in welcher Form sich die Belgrader derzeit präsentieren.
Wer am internationalen Wettbewerb teilnimmt, absolviert normalerweise englische Wochen reihenweise. Mit Spielen im Drei-Tages-Rhythmus ohne große Pausen. Für Roter Stern Belgrad gilt das aber nicht vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart in der Königsklasse an diesem Mittwoch (18.45 Uhr): Der serbische Meister geht sehr ausgeruht in die Partie, das letzte Pflichtspiel wird zum Zeitpunkt des Anpfiffs ganze 17 Tage zurückliegen. Wie das möglich ist?
Zum einen sorgte die Länderspielpause für eine übliche Unterbrechung des Ligabetriebs. So weit, so normal. Zum anderen aber fiel das am vergangenen Samstag angesetzte Spiel in der serbischen Liga bei FK Jedinstvo in der Kleinstadt Ub rund 50 Kilometer südwestlich von Belgrad aus. „Da das Spielfeld nicht in einem ausreichenden guten Zustand war und schlechte Wetterverhältnisse herrschten“, wie die Belgrader am Freitagabend mitteilten.
Das bedeutet: Selbst die Nationalspieler des Clubs – wie der VfB-Leihspieler Silas Katompa, der sich mit der DR Kongo zuletzt für den Afrika Cup qualifizierte – hatten fast eine volle Trainingswoche, um sich auf die Partie vorzubereiten.
Vier Spiele, vier Niederlagen in der Champions League
Ob Roter Stern nun deshalb erholt ist oder aus dem Rhythmus? Oder weder noch? Womöglich hätte die Partie gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Jedinstvo ohnehin die Möglichkeit zur Rotation gegeben für die Belgrader, die mit 13 Siegen aus den ersten 14 Partien unangefochtener Tabellenführer in der ersten serbischen Liga sind und damit auf dem allerbesten Weg zur Titelverteidigung.
Dass zugleich das internationale Niveau ein anderes ist, zeigte sich in den bisherigen Partien in der Champions League: Belgrad verlor sie alle vier, wenn auch gegen starke Gegner: Es ging zuhause gegen den FC Barcelona (2:5) und Benfica Lissabon (1:2), auswärts gegen Inter Mailand (0:4) und die AS Monaco (1:5). Gerade das Heimspiel gegen die Portugiesen war ein enges, mit 54 Prozent Ballbesitz und 16:10 Torschüssen für Roter Stern.
Will das Team aber noch ein Wort mitreden um die Play-off-Plätze, sollte es gegen den VfB punkten: Der Rückstand zum entscheidenden 24. Platz der Hauptrunden-Gruppe beträgt vier Spieltage vor Schluss bereits fünf Zähler.