Die VfB-Fans werden im Mai wieder zum Endspiel ins Olympiastadion strömen. Foto: Pressefoto Baumann

Wer eine Jahreskarte sein Eigen nennt, kann anders als 2025 dieses Mal am Losverfahren teilnehmen. Ein Blick auf die Größenordnung und die Gründe für die Ausweitung.

Als der VfB Stuttgart im vergangenen Jahr die begehrten Tickets für das Finale im DFB-Pokal vergab, war eine Gruppe außen vor: Der Besitz einer Dauerkarte berechtigte nicht zur Teilnahme am Bewerbungsverfahren, was unter einigen Inhabern der Jahreskarten für Unverständnis sorgte.

 

Er könne die Enttäuschung verstehen, sagte der damalige Marketing-Vorstand Rouven Kasper im Gespräch mit unserer Redaktion – und erläuterte: „Vor allem aber muss man festhalten, dass sich die Vorzüge einer Heim-Dauerkarte auf die Heimspiele beziehen. Das gilt seit Jahren. Ein Pokalfinale ist aber kein Heimspiel. Deshalb war das Bewerbungsverfahren unter Mitgliedern aus unserer Sicht der logische Vergabemodus.“

Knapp 3000 Personen kommen zum Kreis der Kaufberechtigten hinzu

Nun aber hat der Verein die Vergabepraxis geändert – und die Inhaber einer Dauerkarte in den Personenkreis eingeschlossen, der sich bis einschließlich Montag (23.59 Uhr) um maximal zwei Karten für das Finale am 23. Mai gegen den FC Bayern bewerben darf.

Deniz Undav erzielte im Halbfinale gegen den SC Freiburg (2:1 n.V.) das wichtige zwischenzeitliche 1:1 für den VfB. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Weshalb? Zum einen flossen die Gespräche mit den Fans und deren Rückmeldungen in die Entscheidung ein – das ist beim VfB gängige Praxis und führte beispielsweise schon zur Zurücknahme des Ein-Ticket-Limits pro Person, das in der Saison 2024/25 bei Heimspielen in der Champions League gegolten hatte. Nun sollen bei der Kartenvergabe für das Pokalfinale die Dauerkarten-Inhaber für ihre Verbundenheit belohnt werden, die sich im Erwerb einer Jahreskarte ja ebenso ausdrückt wie in einer Mitgliedschaft.

Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Kaufberechtigten durch die Erweiterung nur um einen kleinen Anteil erhöht: Die meisten der 36.000 Dauerkarten-Inhaber sind ohnehin Mitglied, bei lediglich knapp 3000 gibt es keine Überschneidungen. Sie kommen nun zum kaufberechtigten Personenkreis hinzu, ansonsten sind Doppelbestellungen über eine Mitgliedschaft und eine Dauerkarte ausgeschlossen. Mit Blick auf die inzwischen mehr als 130.000 Mitglieder fällt der Zuwachs damit verhältnismäßig gering aus.