Kurz vor Mitternacht konnte der VfB in Braunschweig jubeln – viele TV-Zuschauer waren dabei. Foto: IMAGO/Christian Schroedter

Das Stuttgarter Spiel zieht im Free-TV großes Interesse auf sich – was dem VfB aber keine Zusatz-Einnahmen bringt. Durch Prämien und mögliche Heimspiele ist der Pokal dennoch lukrativ.

Das Eintracht-Stadion in Braunschweig war mit 20.865 Zuschauern nicht ganz ausverkauft, vor den Bildschirmen aber zog das Gastspiel des VfB Stuttgart im DFB-Pokal großes Interesse auf sich. 4,13 Millionen Zuschauer verfolgten am Dienstag die Live-Übertragung des Erstrunden-Siegs des Bundesligisten nach Elfmeterschießen, was der ARD die beste Quote aller Sender zur Primetime an diesem Abend bescherte: Auf fast jedem vierten Gerät lief das VfB-Spiel, das einen Marktanteil von 22,9 Prozent verzeichnete.

 

Damit lag die Zuschauerzahl zwar einerseits noch merklich unter jener beim Finalsieg im Pokal gegen Arminia Bielefeld vor drei Monaten (7,6 Millionen), andererseits aber auch deutlich über den Werten des Bundesliga-Auftakts beim Bezahlsender Sky. Insgesamt 0,95 Millionen Zuschauer verfolgten die Übertragung der fünf Einzelspiele am vergangenen Samstagnachmittag, worunter auch jenes des VfB bei Union Berlin war.

Einnahmen durch DFB-Prämien und mögliche Heimspiele

Obwohl die Reichweite im frei empfangbaren Fernsehen also verhältnismäßig eine große war und der VfB der ARD gute Quoten einbrachte, haben die Stuttgarter keinen finanziellen Vorteil dadurch. Schon seit 2014 werden die Erlöse aus den Free-TV-Spielen im DFB-Pokal nicht mehr an die beiden beteiligten Vereine ausgeschüttet, sondern landen zur Wahrung der Chancengleichheit im Prämientopf des DFB für alle 64 Mannschaften.

Hier erhält der VfB für den Einzug in die zweite Runde 423.772 Euro. Im weiteren Verlauf des Wettbewerbs steigen die Prämien dann merklich an für den Einzug ins Achtelfinale (0,8 Millionen), ins Viertelfinale (1,7 Millionen) und ins Halbfinale (3,4 Millionen). Der unterlegene Finalist erhält schließlich noch 2,9 Millionen, der Finalsieger 4,3 Millionen.

Hinzu kommen Zuschauer-Einnahmen, die sich bei voller Auslastung der Stuttgarter MHP-Arena im niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbereich bewegen – im Pokal allerdings zwischen den beiden Vereinen aufgeteilt werden. Ob die Stuttgarter in der zweiten Runde am 28. oder 29. Oktober vor eigenem Publikum antreten, entscheidet sich bei der Auslosung am kommenden Sonntag um 19 Uhr in der ARD.