Günther Schäfer ist eine Spielerlegende beim VfB Stuttgart. Aber nicht nur dort – weshalb sich der Ex-Profi nun auf ein Pokalfinale mit einer ganz besonderen Konstellation freut.
Er verließ die Arena im Grunde wie immer. Den Rucksack auf dem Rücken, grüßte er nett, verabschiedete sich vom Sicherheitspersonal und war gemeinsam mit Peter Reichert, dem zweiten Teambetreuer des VfB Stuttgart, auf dem Weg in den Businessbereich. Dabei war für Günther Schäfer doch gerade etwas besonders Emotionales geschehen.
Der VfB Stuttgart hatte am Mittwochabend durch ein 3:1 gegen RB Leipzig das Endspiel im DFB-Pokal erreicht. Das allein sorgte beim früheren Meisterspieler des VfB (1984 und 1992) für jede Menge Glücksgefühle. „Mein Herz schlägt für den VfB Stuttgart“, sagte Schäfer, „die meiste Zeit meiner Karriere habe ich für diesen Club gespielt.“ Genauer gesagt: von 1975 bis 1996. Später war er Fanbetreuer, Co-Trainer, Leiter der Fußballschule und Teammanager bei den Weiß-Roten.
Aber: Günther Schäfer hat auch zwei Jahre lang für Arminia Bielefeld gespielt (1996 bis 1998) – und dort derart Eindruck hinterlassen, dass ihn die Fans einst in die Jahrhundertelf gewählt haben. In dieser steht er auch beim VfB. „Dass man gleich in zwei solcher Mannschaften steht, ist nicht alltäglich“, sagte er nun ganz bescheiden. Weil es aber so ist, darf sich der frühere Abwehrspieler am 24. Mai auf ein ganz besonderes Pokal-Endspiel freuen.
„Für mich ist das ein Traumfinale“, sagte Günther Schäfer. Am Dienstag hatte er sich am TV das erste Halbfinale der Arminia gegen Bayer Leverkusen angeschaut. „Ich habe mich riesig gefreut, die Bielefelder haben ein super Spiel gemacht“, sagte er, „dass wir dann nachlegen konnten, ist Wahnsinn.“ Was nun noch fehlt zum vollkommenen Pokal-Glück?
Dass am Ende jener Verein den Pott holt, zu dem Schäfers Bindung doch deutlich größer ist. Der 62-Jährige hofft auf einen „positiven Ausgang für uns“, also für den VfB – und ist eigentlich recht sicher: „Wir haben eine super Truppe, wir holen den Pokal.“ Den hat er im Trikot des VfB übrigens nicht gewonnen.
Denn als die Stuttgarter letztmals in Berlin triumphierten (1997), spielte Günther Schäfer gerade woanders. Genau: bei Arminia Bielefeld.