Hosogai (li., Hertha BSC), Ex-VfB-Profi Traoré – in der Bundesliga-Saison 2013/14 Foto: dpa

Die zweite Liga bedeutet: Alles ein bisschen preiswerter, alles ein bisschen pragmatischer. Gut möglich deshalb, dass demnächst ein japanischer Mittelfeldspieler beim Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart unterschreibt.

Stuttgart - Viel Zeit bleibt dem neuen VfB-Trainer Jos Luhukay nicht, um seine Wunschelf für das Unternehmen Wiederaufstieg zusammenzustellen. Da liegt es nah, dass der Niederländer im Zweifelsfall auf bewährte und bezahlbare Kräfte zurückgreift. Hajime Hosogai (29) ist ein Lieblingsspieler von Luhukay – und vergleichsweise preiswert zu haben. Der defensive Mittelfeldspieler mit dem großen Kämpferherzen trägt derzeit das Trikot des türkischen Erstligisten Bursaspor – als Leihgabe von Hertha BSC, wo er noch bis 2017 unter Vertrag steht. Beim Tabellenelften der Süper Lig lief der japanische Nationalspieler (30 Einsätze) zuletzt als rechter Verteidiger. Hosogai, der in Japan für die Red Diamonds Urawa, den Ex-Club von VfB-Weltmeister Guido Buchwald spielte, gilt als ungemein lauf- und zweikampfstark. Seine Schwächen sehen Experten eher im Spiel nach vorn. Luhukay arbeitete mit Hosogai schon beim FC Augsburg zusammen, wo er Trainingsfleiß und Disziplin des Samurai ganz besonders schätzte. Hosogai schob nach jedem Training bis zu eineinhalbstündige Sonderschichten, was Luhukay aber einschränkte, weil er um die Frische des Japaners am Spieltag fürchtete.

2012 wechselte der Japaner zu Bayer Leverkusen, wo er allerdings nie richtig Fuß fassen konnte, 2013 unterschrieb er bei Hertha BSC einen Vierjahresvertrag. Als Luhukay die alte Dame zwei Jahre später wieder verlassen musste, stürzte Hosogai in ein Formtief, er wurde an Bursaspor ausgeliehen. Gut möglich aber, dass Luhukay jetzt wieder den Doppelpass mit dem zuverlässigen und beinharten Dauerläufer spielt.

Hosogai von Hertha BSC zu leihen, wäre wohl unproblematisch. Unklar ist jedoch, ob Bursaspor weiter mit dem Japaner plant. Hosogai wäre wohl für eine Leihgebühr um 250 000 Euro zu haben.

Hosogai wäre für den VfB jedenfalls dann eine Alternative, falls es der zurzeit verletzte Serey Dié (Sehnenabriss) doch noch anders überlegen und den VfB Stuttgart verlassen sollte. Der Mittelfeldspieler von der Elfenbeinküste hatte sich zuletzt zum Absteiger bekannt – auch, weil er sich mit dem inzwischen entlassenen Sportvorstand Robin Dutt gut verstanden hatte. Inzwischen denkt er offenbar an einen Wechsel. Und der VfB würde ihm wohl keinen Steine in den Weg legen, sollte eine ordentliche Ablösesumme in Aussicht stehen. Die VfB-Verantwortlichen wollten sich am Montag zu den Transferüberlegungen nicht offiziell äußern, hinter den Kulissen handelt man Hosogai aber als sinnvolle Alternative und Ergänzung des Zweitliga-Kaders. Zumal Luhukay bevorzugt mit einer Doppelsechs im Mittelfeld spielen lässt.