Der Trainer kündigt weitere Aktivitäten auf dem Transfermarkt an – „auch in der Spitze“. Wie Hoeneß die bisherigen Verpflichtungen einschätzt und auf welchen Positionen man noch sucht.
Für Sebastian Hoeneß liegt der Fokus auf dem Platz, in diesen Tagen mehr denn je. Am Tegernsee will der Cheftrainer des VfB Stuttgart mit der Mannschaft die Grundlagen für die neue Saison legen, an der Physis arbeiten, Taktisches einstudieren. Zugleich aber besteht natürlich auch ein regelmäßiger Austausch mit den Verantwortlichen im Hintergrund – schließlich hat das Transferfenster noch einen Monat lang geöffnet, weshalb auch die Kaderplanung viel Raum einnimmt.
Die Leitlinie, mit der die Stuttgarter in den heißen August gehen, ist dabei seit Langem deutlich umrissen. Sie besteht aus zwei übergeordneten Zielen. „Die Marschroute war ganz klar“, sagt Hoeneß, „dass wir es diesen Sommer schaffen, den Kader größtmöglich zusammenzuhalten und dann darauf aufbauend individuelle Qualität dazu bringen.“ In puncto Zusammenhalten ist der Verein dabei in einer stärkeren Position als noch vor einem Jahr, als man mehrere Stammkräfte via Ausstiegsklausel ziehen lassen musste. Nun stellt sich die Lage vielfach anders dar, die harte Haltung im Poker um Nick Woltemade ist nur das prominenteste Beispiel.
Was zum zweiten Ziel führt: Neuzugänge. Hier hat der VfB schon einiges auf der Habenseite vorzuweisen. „Wir haben schon junge Spieler geholt“, sagt Hoeneß mit Verweis auf die Verpflichtungen des Flügelstürmers Lazar Jovanovic (18, Roter Stern Belgrad) oder der Mittelfeldspieler Noah Darvich (18, FC Barcelona) und Chema Andrés (20, Real Madrid). Sie sollen den Konkurrenzkampf erhöhen, schon jetzt erste Akzente setzen. „Es spricht nichts dagegen“, sagt Hoeneß etwa über die Rolle Andrés mit Blick auf das gesetzte Mittelfeld-Duo um Atakan Karazor und Angelo Stiller, „dass er auch den beiden Etablierten ein bisschen Feuer gibt. Wir brauchen Konkurrenzkampf. Wir hoffen, dass er uns den schnell geben kann.“
Poker um Giannis Konstantelias
Abgeschlossen sind die Planungen aber noch nicht. „Der Transfermarkt ist noch offen. Und ich denke schon, dass wir da noch nachlegen. Wir wollen versuchen, uns zu steigern“, sagt Hoeneß – und bezieht das explizit auf Soforthilfen. „Wir wollen auch in der Spitze nochmal einen Schritt nach vorne machen. Das ist die Idee, daran arbeiten wir. Wir haben die ersten Sachen schon gemacht, aber das ist noch nicht abgeschlossen.“
Das betrifft insbesondere die Offensive. Nach dem Abgang von El Bilal Touré, nach dessen Leihe der VfB die Kaufoption nicht gezogen hatte, ist im Sturm ein Platz frei geworden. Um für die kommende Saison mit erneuter Mehrfach-Belastung durch die Teilnahme an der Europa League gewappnet zu sein, will man idealerweise wieder mit vier Angreifern für zwei Positionen in die Spielzeit gehen. Noch ein wenig mehr im Fokus ist indessen das zentrale offensive Mittelfeld, zumal mit dem Abgang von Enzo Millot zu rechnen ist.
„Wichtig ist immer“, sagt Hoeneß, „dass du sich ergänzende Profile hast und Dinge reinbekommst, die du noch nichts hast. Danach suchen wir.“ Dass der offensive Mittelfeldspieler Giannis Konstantelias (22) von PAOK Saloniki in diese Kategorie fällt, ist längst kein Geheimnis mehr. Eigentlich hatte man sogar schon einige Einigung über den Transfer für knapp 20 Millionen Euro erzielt, ehe PAOK-Präsident Ivan Savvidis doch noch sein Veto einlegte. Abgehakt ist das Thema damit aber noch nicht. „Die Dinge sind nach wie vor offen“, hatte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zum Auftakt des Trainingslagers in Rottach-Egern betont, „wir sind bemüht, eine Lösung zu finden mit Saloniki.“
Die hat auch Priorität gegenüber anderen Optionen. Ob Oscar Gloukh (21) von RB Salzburg eine Alternative sei? „Aktuell nein“, betont Wohlgemuth. Ob sich das noch ändert, wird auch vom Fortgang im Poker um Konstantelias abhängen. Denn klar ist: Der VfB will in jedem Fall nochmals nachlegen auf dem Transfermarkt.