Genki Haraguchi ist neu beim VfB Stuttgart – und lernt nun die alten Probleme kennen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die erste kurze Phase unter Trainer-Rückkehrer Bruno Labbadia ist vorüber – und der VfB Stuttgart noch keinen Schritt vorangekommen. Noch immer sind die Probleme im Team zu zahlreich, kommentiert unser Autor Dirk Preiß.

Zwei Wochen, fünf Partien – nach einer langen und intensiven Vorbereitungszeit ist die erste Pflichtspielphase des VfB Stuttgart unter Trainer-Rückkehrer Bruno Labbadia vorüber. Die Bilanz nach dem 0:2 gegen Werder Bremen (Liveticker zum Nachlesen): absolut ernüchternd.

 

Zwar boten alle Partien positive Ansätze, und im Pokal gelang der auch wirtschaftliche immens wichtige Einzug ins Viertelfinale. Die lediglich zwei Punkte, die die Stuttgarter aus den vier Partien in der Bundesliga geholt haben, sind aber eindeutig zu wenig. Zumal die verbleibenden Partien nicht mehr und die Gegner nicht leichter zu bespielen werden.

Die bittere Erkenntnis: Trotz weiter erkennbarer Schwächen wäre für den VfB mehr drin gewesen als die beiden Pünktchen gegen den 1. FSV Mainz 05 und 1899 Hoffenheim. Aber eben an diesen Schwächen liegt es eben, dass dies nicht gelungen ist. Die Baustellen im System VfB sind nach wie vor zu zahlreich.

In der Defensive laden die Stuttgarter zwar nicht stets zum Tag der offenen Tür, doch sind es viel zu viele individuelle Fehler, als dass die Mannschaft mal ohne Gegentor vom Platz gehen könnte. Im Angriff geht das VfB-Spiel derweil selten über ordentliche Ansätze hinaus. Mal fehlt es am präzisen letzten Pass, mal am entschlossenen Nachrücken, auch immer wieder am fehlenden Spielverständnis untereinander.

Die Fans zeigen bereits ihren Unmut

Und wenn sich dann doch mal eine gute Chance ergibt, lässt die Effektivität zu wünschen übrig. In Summe macht es der VfB den Gegnern also immer noch viel zu leicht, zu Punkten zu kommen – den Bremern reichte nach Aussage von Stürmer Niclas Füllkrug eine taktische Umstellung, um den Stuttgarter Anfangsesprit verpuffen zu lassen und die Partie im Griff zu haben.

All das zusammen ergibt aktuell eine gefährliche Mischung, da nicht alle Konkurrenten dem VfB den Gefallen tun und ebenfalls auf der Stelle treten. Und das Risiko der allgemeinen Verunsicherung steigt mit jedem Negativerlebnis, zumal die Geduld auf den Rängen in dieser Saison schon wieder heftig strapaziert wurde. Nach dem 0:2 gegen Werder Bremen war der Unmut schon sehr deutlich zu vernehmen.

Erstmals nach dem Pflichtspielauftakt am 21. Januar haben Mannschaft und Trainer nun einige Tage Zeit bis zur Partie beim SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr). Jede Stunde davon ist nötig, um an all den Problemfeldern zu arbeiten.