Schnell und dribbelstark: Omar Marmoush (links) vom VfL Wolfsburg zieht an Danilho Doekhi von Union Berlin vorbei. Foto: dpa/Swen Pförtner

Die frühere Leihgabe an den VfB Stuttgart kehrt an diesem Samstag für ein Spiel zurück. Zuvor verursacht der Flügelstürmer einmal mehr Wirbel.

Omar Marmoush ist ein Freund des Chipballes. Gerne fährt der Fußballprofi des VfL Wolfsburg mit dem Fuß so gefühlvoll unter die Kugel, dass diese im Bogen über den Gegner oder den Torwart fliegt. Zum Beispiel effektvoll ausgeführt im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart, als der Stürmer den 3:2-Siegtreffer in der Nachspielzeit durch Yannick Gerhardt mit vorbereitete. Zuvor hatte Marmoush schon einen Treffer gegen seinen ehemaligen Club erzielt.

 

In der Saison 2021/2022 erregte ein anderer Lupfer dagegen die Gemüter. Marmoush steckte im VfB-Trikot und versuchte es bei einem Elfmeter für die Stuttgarter ganz lässig. Der Ball ging an die Latte – und in den Wolfsburger Reihen ärgerte sich nicht nur der Sportchef Marcel Schäfer, weil die Leihgabe den Stammverein lächerlich machen wollte. Beim VfB verschmerzten die Beteiligten den Übermut bei einem 2:0-Sieg leicht.

Das Problem mit den Stollen

Eine Spielzeit lang lief Marmoush für die Stuttgarter auf. Weil der damalige VfL-Coach Mark van Bommel den Ägypter als Stürmer Nummer vier betrachtete. In Stuttgart kam Marmoush dagegen zu 21 Bundesliga-Einsätzen. Mit seinen drei Treffern und fünf Torvorlagen verhalf er dem VfB zum Klassenverbleib und avancierte zum Nationalspieler. An eine langfristige Verpflichtung war jedoch nicht zu denken – zu teuer. Zumal die Wolfsburger den Stürmer zurückhaben wollten.

Unter Niko Kovac spielt Marmoush (vier Tore) eine gute Rolle. Schnell und dribbelstark präsentiert sich der Flügelstürmer, allerdings nicht immer abschlussstark. Doch seinen Eigensinn hat sich der 24-Jährige bewahrt – im positiven wie negativen Sinn. Für besondere Momente kann Marmoush auf dem Platz sorgen, aber beim 1:1 gegen Union Berlin leistete er sich zuletzt zu viele Ausrutscher. Zu kurze Stollen hatte er unter den Kickstiefeln – und landete deshalb einige Male unfreiwillig auf dem Rasen.

Mit Eintracht Frankfurt einig

Kovac war verärgert, da der Trainer die Wahl des richtigen Schuhwerks für eine professionelle Selbstverständlichkeit hält. Marmoush handhabt das offenbar anders, weshalb am Mittellandkanal darüber spekuliert wird, ob der Mann mit der Rückennummer 33 an diesem Samstag (15.30 Uhr) an alter Wirkungsstätte in der Mercedes-Benz-Arena eine Denkpause erhält. Für ihn könnte Lukas Nmecha auflaufen.

Ohnehin müssen die Niedersachsen ab Sommer wohl ohne Marmoush auskommen. Nach Informationen der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ steht der Wechsel zu Eintracht Frankfurt bereits fest. Ablösefrei, weil der Vertrag des Stürmers am Saisonende ausläuft. Es soll eine mündliche Einigung mit dem Champions-League-Aspiranten geben. Dabei haben die VfL-Verantwortlichen Marmoush nach eigenen Angaben ein lukratives Angebot unterbreitet, um ihn zu halten. Doch es reichte nicht aus, da Marmoush mit seinen gewagten Lupfern nach Höherem strebt.